Gesundheitsamt warnt vor Hantavirus-Gefahr in Schuppen und Kellern
Die ersten warmen Sonnenstrahlen locken Gartenbesitzer und Heimwerker nach draußen. Doch beim Aufräumen von Gartenlauben, Garagen oder Kellern lauert eine unsichtbare Gefahr: das Hantavirus. Das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises, das auch für die Stadt Heidelberg zuständig ist, mahnt zur besonderen Vorsicht beim diesjährigen Frühjahrsputz. Ursache für die Infektionsgefahr ist die kleine, eigentlich putzige Rötelmaus.
Übertragung durch Staub: Warum der Besen gefährlich sein kann
Die Rötelmaus ist in der heimischen Tierwelt weit verbreitet und überwintert gerne in menschlichen Behausungen, Schuppen oder Holzstapeln. Das Problem: Die Nagetiere scheiden Hantaviren über Kot, Urin und Speichel aus. Diese Erreger überleben lange auf staubigen Oberflächen und bleiben infektiös.
Das Hauptrisiko besteht in der Aufwirbelung von Staub. Wer in einem geschlossenen Raum zum Besen greift, den Keller fegt oder Polster ausklopft, atmet die Viren unbemerkt ein. Auch bei Holzarbeiten oder dem Ausmisten von Dachböden ist das Risiko hoch.
Aktuelle Fallzahlen:
Im Jahr 2025 wurden dem Gesundheitsamt im Rhein-Neckar-Kreis und Heidelberg bereits acht Fälle gemeldet. Für ganz Baden-Württemberg zeigt der Trend 2026 nach oben: In den ersten zehn Wochen des neuen Jahres beläuft sich die Zahl der gemeldeten Infektionen bereits auf elf Erkrankungen.
Symptome: Von „Grippe“ bis zum Nierenversagen
Eine Infektion mit dem Hantavirus bleibt oft unentdeckt, da sie in vielen Fällen mild verläuft. Dennoch kann die Erkrankung ernsthafte Ausmaße annehmen. Typische Anzeichen sind:
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Plötzliches hohes Fieber
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Kopf- und Gliederschmerzen
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Husten, Übelkeit und Erbrechen
Diese Symptome ähneln stark einer Grippe und klingen meist nach wenigen Tagen ab. In schweren Fällen greift das Virus jedoch die Organe an. „In wenigen Fällen führt eine Infektion zu einer Einschränkung der Nierenfunktion oder sogar zu einem akuten Nierenversagen“, warnt das Gesundheitsamt. In solchen Situationen kann eine vorübergehende Dialysebehandlung lebensnotwendig werden. Da es weder eine Impfung noch eine gezielte Therapie gegen Hantaviren gibt, können Ärzte lediglich die Symptome lindern.
Weitere Informationen unter
https://www.infektionsschutz.de/infektionen/erregersteckbriefe/hantaviren/
Die 5 wichtigsten Schutzmaßnahmen beim Putzen
„Wenn man einer Erkrankung nicht durch Impfung vorbeugen kann, ist es umso wichtiger, informiert zu sein“, betont Dr. Anne Kühn, Leiterin des Gesundheitsamts. Um das Infektionsrisiko zu minimieren, sollten Bürger folgende Regeln beachten:
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Maske tragen: Nutzen Sie bei Reinigungsarbeiten in staubigen Räumen (Keller, Dachboden, Laube) einen Mundschutz, am besten eine FFP2-Maske.
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Flächen befeuchten: Besprühen Sie staubige Flächen vor dem Reinigen mit Wasser oder Reinigungsmittel. Feuchter Staub wirbelt nicht auf.
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Staubsauger-Verbot: Verzichten Sie auf Staubsauger, da diese die Viren über die Abluft im ganzen Raum verteilen können.
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Lüften: Sorgen Sie während und nach der Arbeit für eine gute Durchlüftung der Räumlichkeiten.
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Hygiene nach der Arbeit: Wechseln Sie sofort die Arbeitskleidung und duschen Sie gründlich (inklusive Haare), um keine Viruspartikel in die Wohnräume zu verschleppen.
Zusammenfassung: Hantavirus-Check
| Risiko | Maßnahme |
| Häufigste Quelle | Rötelmaus (Kot/Urin im Staub) |
| Hauptgefahr | Einatmen von Staubwolken beim Kehren |
| Symptome | Fieber, Schmerzen, Übelkeit (wie schwere Grippe) |
| Bester Schutz | FFP2-Maske & Staub nass abwischen |














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