Arbeitsvolumen nur in wenigen Regionen gestiegen
Das sogenannte Arbeitsvolumen beschreibt die Summe aller geleisteten Arbeitsstunden aller Erwerbstätigen. Nach aktuellen Berechnungen des Statistisches Landesamt Baden-Württemberg ist dieses Arbeitsvolumen im Jahr 2024 nur in zehn der 44 Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs im Vergleich zu 2023 gestiegen.
Den größten prozentualen Zuwachs verzeichneten die Stadtkreise Heidelberg mit plus 1,6 Prozent und Freiburg mit plus 1,5 Prozent. Den stärksten Rückgang gab es im Stadtkreis Pforzheim mit minus 2,4 Prozent sowie in den Landkreisen Tuttlingen (−1,6 Prozent) und Heidenheim (−1,5 Prozent).
Mehr Beschäftigte, aber kaum längere Arbeitszeiten
Der Anstieg des Arbeitsvolumens in den zehn Kreisen beruhte fast ausschließlich auf einer steigenden Zahl von Erwerbstätigen. Die durchschnittliche jährliche Arbeitszeit pro Person – das sogenannte Pro-Kopf-Arbeitsvolumen – veränderte sich dagegen kaum.
Lediglich im Stadtkreis Ulm nahm die durchschnittliche Arbeitszeit je Erwerbstätigem deutlich zu, und zwar um 1,1 Prozent. Ein geringes Plus von jeweils 0,1 Prozent gab es außerdem im Stadtkreis Freiburg und im Landkreis Tübingen.
Große Unterschiede bei der Arbeitszeit je Person
Die höchste durchschnittliche Arbeitszeit je Erwerbstätigem wurde 2024 im Stadtkreis Stuttgart mit 1.370 Stunden im Jahr gemessen. Auf dem zweiten Platz lag der Hohenlohekreis mit 1.365 Stunden. Den niedrigsten Wert wies der Landkreis Tübingen mit 1.269 Stunden auf.
Diese Unterschiede bedeuten jedoch nicht, dass Menschen in manchen Regionen fleißiger arbeiten als in anderen. Die Ursachen liegen vor allem in strukturellen Faktoren. Dazu zählen der Anteil an Teilzeitbeschäftigten, Kurzarbeit, Minijobs oder die Zahl der Selbstständigen. Auch die Branchenstruktur spielt eine wichtige Rolle, da bestimmte Wirtschaftsbereiche häufiger Teilzeit oder flexible Beschäftigungsformen aufweisen.
Unterschiede zwischen Industrie und Dienstleistungen
Im Produzierenden Gewerbe, also vor allem in Industrie und Handwerk, ist die durchschnittliche Arbeitszeit höher als im Dienstleistungsbereich. Im Jahr 2024 arbeiteten Erwerbstätige im Produzierenden Gewerbe landesweit durchschnittlich 1.414 Stunden im Jahr. Das sind 123 Stunden mehr als in den Dienstleistungsbranchen.
Allerdings sank die durchschnittliche Arbeitszeit im Produzierenden Gewerbe 2024 im Vergleich zu 2023 um elf Stunden, was einem Rückgang von 0,8 Prozent entspricht. Im Dienstleistungsbereich blieb die Pro-Kopf-Arbeitszeit hingegen konstant.
Regionale Unterschiede nach Wirtschaftsbereich
Im Dienstleistungssektor wurde die höchste durchschnittliche Arbeitszeit je Person im Stadtkreis Stuttgart mit 1.353 Stunden ermittelt. Den niedrigsten Wert verzeichnete der Landkreis Waldshut mit 1.220 Stunden.
Im Produzierenden Gewerbe lag der Spitzenwert im Stadtkreis Karlsruhe mit 1.454 Stunden. Den geringsten Wert meldete der Landkreis Tuttlingen mit 1.386 Stunden.
Die Zahlen zeigen, dass sich das Arbeitsvolumen 2024 regional sehr unterschiedlich entwickelt hat und sowohl von der Zahl der Erwerbstätigen als auch von der jeweiligen Wirtschaftsstruktur abhängt.














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