Nur wenige Haushalte ohne Anschluss an das Leitungsnetz
In Baden-Württemberg sind fast alle Menschen an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen. Nach Angaben des Statistisches Landesamt Baden-Württemberg lag der Anschlussgrad im Jahr 2025 bei 99,6 Prozent.
Das bedeutet aber auch, dass ein kleiner Teil der Bevölkerung sein Wasser selbst bezieht. Rund 40.000 Einwohnerinnen und Einwohner versorgten sich im Jahr 2025 über eigene Brunnen oder Quellen.
Solche Lösungen kommen vor allem in ländlichen Regionen vor, wo Häuser weiter auseinander liegen und ein Anschluss an das öffentliche Netz schwieriger ist.
Viele eigene Wasserquellen im Schwarzwald
Besonders häufig nutzen Menschen im Schwarzwald eigene Wasserquellen. Im Ortenaukreis versorgten sich rund 15.300 Menschen selbst mit Wasser. Das entspricht etwa 3,4 Prozent der Bevölkerung dort.
Auch im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald ist die Zahl vergleichsweise hoch. Dort hatten etwa 5.200 Menschen eine eigene Hauswasserversorgung. Das entspricht 1,9 Prozent der Bevölkerung.
Insgesamt gaben 502 von 1.101 Gemeinden im Land an, dass sich zumindest ein Teil der Bevölkerung selbst mit Wasser versorgt. Im Ortenaukreis trifft das auf 47 von 51 Gemeinden zu, im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald auf 41 von 50 Gemeinden.
Abwasser wird meist zentral entsorgt
Auch beim Abwasser sind die meisten Haushalte an ein zentrales System angeschlossen. Rund 99,6 Prozent der Bevölkerung sind an die öffentliche Kanalisation angebunden.
Etwa 50.000 Menschen, ebenfalls rund 0,4 Prozent der Bevölkerung, sind jedoch nicht an die Kanalisation angeschlossen. Sie nutzen stattdessen dezentrale Lösungen.
Dazu gehören zum Beispiel Hauskläranlagen oder Sammelgruben. Das Abwasser wird dort zunächst gesammelt oder gereinigt und anschließend weiter behandelt.
Dezentrale Lösungen vor allem im ländlichen Raum
In vielen Gemeinden ist eine dezentrale Abwasserentsorgung eine praktische Lösung. Besonders in ländlichen Gebieten mit verstreuten Siedlungen wäre ein Anschluss an die Kanalisation oft sehr aufwendig.
Insgesamt meldeten 850 Gemeinden, also etwa drei Viertel aller Gemeinden im Land, dass zumindest ein Teil der Bevölkerung solche dezentralen Systeme nutzt.
Besonders viele Menschen mit eigener Abwasserlösung leben im Ortenaukreis mit rund 5.100 Personen. Auch im Landkreis Ravensburg (5.000), im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald (4.500), im Rems-Murr-Kreis (3.400) und im Ostalbkreis (3.100) sind solche Systeme verbreitet.
In diesen Regionen wird das Abwasser bei etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung auf diese Weise behandelt.
Unterschiede zwischen den Gemeinden
Auch wenn der Anschlussgrad im gesamten Land sehr hoch ist, gibt es auf Gemeindeebene Unterschiede. In den meisten Orten sind fast alle Haushalte angeschlossen.
Gemeinden, in denen weniger als 90 Prozent der Bevölkerung an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen sind, sind selten. Im Jahr 2025 traf das auf 31 Gemeinden zu.
Beim Abwasser lag die Zahl noch niedriger. Nur in 14 Gemeinden waren weniger als 90 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner an die öffentliche Kanalisation angeschlossen.













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