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Wasserdicht, atmungsaktiv, winddicht? So entschlüsseln Sie das Fachchinesisch bei Outdoor-Kleidung

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Die Region rund um Sinsheim, eingebettet in die sanften Hügel des Kraichgaus und mit dem Odenwald in greifbarer Nähe, ist ein Paradies für alle, die gerne an der frischen Luft sind. Ob bei einer Wanderung durch die Weinberge, einer Radtour entlang der Elsenz oder einem Familienausflug in den herbstlichen Wäldern – die richtige Kleidung ist der Schlüssel zu einem gelungenen Outdoor-Erlebnis. Doch wer schon einmal vor dem Regal mit Funktionsjacken stand, kennt das Problem: Man wird mit einem Schwall an Fachbegriffen, Zahlen und Abkürzungen konfrontiert, die mehr Fragen aufwerfen als beantworten. Was genau bedeutet eine Wassersäule von 10.000 mm? Ist eine Atmungsaktivität von 15.000 g/m²/24h gut? Und was ist der Unterschied zwischen einer 2-Lagen- und einer 3-Lagen-Membran?

Die Verwirrung ist verständlich, denn die Technologie hinter moderner Funktionskleidung ist komplex. Hersteller werben mit immer neuen Innovationen und Materialien, deren Vorteile sich aus den kryptischen Etiketten oft nicht direkt erschließen. Eine falsche Kaufentscheidung kann jedoch schnell den Spaß an der Tour verderben – sei es durch eine durchnässte Jacke bei einem plötzlichen Regenschauer oder durch unangenehmes Schwitzen bei einem steilen Anstieg. Um Verbrauchern zu helfen, sich in diesem Dschungel aus technischen Daten zurechtzufinden, gibt es online zum Glück hervorragende Ressourcen. Wer sich tiefgehend informieren möchte, findet beispielsweise bei Experten wie dem Renner XXL Magazin detaillierte Erklärungen zu Produktbeschreibungen bei Outdoor Funktionskleidung, die speziell auf die Bedürfnisse von Outdoor-Enthusiasten zugeschnitten sind. Dieser Artikel dient als Ihr umfassender Leitfaden, um die wichtigsten Konzepte zu verstehen und Sie in die Lage zu versetzen, selbstbewusst die richtige Ausrüstung für Ihr nächstes Abenteuer in der Natur auszuwählen.

Die Grundlagen: Was bedeuten Wassersäule und Atmungsaktivität wirklich?

Die beiden wohl wichtigsten Kennzahlen in den Produktbeschreibungen bei Funktionskleidung sind die Wassersäule und die Atmungsaktivität. Sie beschreiben die Kernfunktionen einer Jacke oder Hose: Schutz vor Nässe von außen und Abtransport von Schweiß von innen. Ein gutes Verständnis dieser beiden Werte ist die Basis für jede fundierte Kaufentscheidung. Sie bilden das Spannungsfeld, in dem sich die Qualität eines Kleidungsstücks beweist, denn eine hohe Wasserdichtigkeit bei gleichzeitig hoher Atmungsaktivität ist die größte technische Herausforderung.

Die Wassersäule, angegeben in Millimetern (mm), ist das Maß für die Wasserdichtigkeit eines Materials. Der Wert gibt an, wie viel Wasserdruck ein Stoff aushält, bevor Feuchtigkeit durchdringt. Die Messung erfolgt in einem standardisierten Test, bei dem ein Zylinder auf den Stoff aufgesetzt und langsam mit Wasser gefüllt wird. Die Höhe des Wassers in Millimetern, bei der die ersten drei Tropfen durch das Material dringen, ergibt den Wert der Wassersäule. Ein höherer Wert bedeutet also einen besseren Schutz vor Nässe. Doch was bedeuten die Zahlen in der Praxis? Eine Jacke gilt nach EU-Norm bereits ab 1.300 mm als „wasserdicht“. Für den Alltag in der Stadt mag das ausreichen, doch bei Outdoor-Aktivitäten, wo Regen oft mit Wind kombiniert wird oder der Druck von Rucksackgurten auf die Schultern wirkt, sind höhere Werte unerlässlich.

“Die beste wasserdichte Jacke nützt nichts, wenn man von innen nass wird.”

Die Atmungsaktivität ist das Gegenstück zur Wasserdichtigkeit und mindestens genauso wichtig. Sie beschreibt die Fähigkeit eines Materials, Wasserdampf (also Schweiß) von innen nach außen durchzulassen. Ohne diese Funktion würde sich unter der Jacke Feuchtigkeit ansammeln, der Körper würde auskühlen und man wäre trotz Regenschutz von innen nass. Der gängigste Wert wird in Gramm pro Quadratmeter in 24 Stunden (g/m²/24h) angegeben. Er misst, wie viel Gramm Wasserdampf durch einen Quadratmeter des Stoffes innerhalb eines Tages entweichen können. Je höher der Wert, desto atmungsaktiver ist das Material. Werte ab 10.000 g/m²/24h gelten als gut und eignen sich für anspruchsvolle Aktivitäten wie schnelles Wandern oder Radfahren.

Alternativ wird manchmal der RET-Wert (Resistance to Evaporating Heat Transfer) angegeben. Hier gilt: Je niedriger der Wert, desto besser die Atmungsaktivität (RET 0-6: sehr gut, RET 6-13: gut).

Wassersäule (in mm) Schutzgrad Geeignet für

 

1.500 – 5.000 mm Basisschutz Leichte Schauer, Stadtgebrauch, kurze Spaziergänge
5.000 – 10.000 mm Guter Schutz Mehrtägige Wanderungen mit leichtem Rucksack, Radfahren
10.000 – 20.000 mm Sehr guter Schutz Starker, anhaltender Regen, Touren mit schwerem Rucksack
> 20.000 mm Extrem hoher Schutz Extrembedingungen, Hochtouren, Expeditionen

Das Herzstück der Jacke: Membranen, Beschichtungen und Lagenaufbau

Die Magie der Funktionskleidung liegt in einer hauchdünnen Schicht, die entweder als Membran oder als Beschichtung auf das Trägermaterial aufgebracht wird. Diese Schicht ist dafür verantwortlich, dass Regen draußen bleibt, aber Schweiß entweichen kann. Die bekannteste Technologie ist die mikroporöse Membran, wie sie beispielsweise bei Gore-Tex zum Einsatz kommt. Man kann sie sich wie eine Folie mit Milliarden winziger Poren pro Quadratzentimeter vorstellen. Diese Poren sind so klein, dass Wassertropfen von außen nicht hindurchpassen, aber groß genug, um die viel kleineren Wasserdampfmoleküle des Schweißes von innen nach außen zu lassen. Andere Hersteller wie Sympatex verwenden porenlose Membranen, die auf einem physikalisch-chemischen Prinzip basieren: Sie nehmen die Feuchtigkeit auf der Innenseite auf und geben sie durch molekulare Diffusion an die Außenseite ab.

Um diese empfindliche Funktionsschicht zu schützen und die Haltbarkeit zu gewährleisten, wird sie in ein sogenanntes Laminat eingebettet. Hier unterscheidet man hauptsächlich zwischen drei Konstruktionsweisen, die in den Produktbeschreibungen bei Funktionskleidung oft als 2-Lagen, 2,5-Lagen oder 3-Lagen bezeichnet werden:

  • 2-Lagen-Konstruktion: Hierbei sind Oberstoff und Membran fest miteinander verbunden. Im Inneren der Jacke schützt ein separates, loses Futter (oft aus Netz- oder Taftmaterial) die Membran vor Abrieb und Schmutz. Diese Konstruktion ist oft komfortabel und preisgünstiger, aber auch etwas schwerer und voluminöser.
  • 3-Lagen-Konstruktion: Bei dieser robustesten Variante werden Oberstoff, Membran und ein dünnes Innenfutter zu einer einzigen, festen Schicht laminiert. Solche Jacken sind extrem widerstandsfähig, langlebig und ideal für anspruchsvolle Touren mit schwerem Gepäck. Sie fühlen sich oft etwas steifer an, bieten aber den besten Schutz.
  • 2,5-Lagen-Konstruktion: Dies ist ein Kompromiss zwischen den beiden anderen Varianten. Oberstoff und Membran sind wie bei der 2-Lagen-Konstruktion verbunden. Statt eines losen Innenfutters wird auf die Innenseite der Membran jedoch nur eine dünne Schutzschicht (oft in Form von kleinen aufgedruckten Punkten oder einem Muster) aufgetragen. Das macht die Jacken sehr leicht und klein verpackbar, weshalb sie bei Trailrunnern oder als Notfall-Regenschutz beliebt sind. Ihre Robustheit ist jedoch geringer als bei 3-Lagen-Laminaten.

Mehr als nur der Stoff: Die entscheidenden Details im Kleingedruckten

Eine hochwertige Membran und gute Leistungsdaten sind nur die halbe Miete. Die wahre Qualität einer Funktionsjacke zeigt sich oft in den Details, die in den Produktbeschreibungen bei Funktionskleidung manchmal nur am Rande erwähnt werden, aber einen enormen Unterschied in der Praxis machen. Eines der wichtigsten Merkmale ist die DWR-Imprägnierung (Durable Water Repellency). Dies ist eine chemische Behandlung des Oberstoffs, die dafür sorgt, dass Wasser an der Oberfläche abperlt und nicht in das Gewebe einzieht. Dieser „Lotuseffekt“ ist entscheidend, denn wenn sich der Oberstoff mit Wasser vollsaugt, fühlt sich die Jacke nicht nur kalt und schwer an, sondern die Atmungsaktivität der darunterliegenden Membran wird blockiert. Eine intakte DWR-Imprägnierung ist also die erste Verteidigungslinie gegen Nässe und muss regelmäßig durch Waschen und anschließende Wärmebehandlung (z. B. im Trockner) reaktiviert oder erneuert werden.

Ein weiterer kritischer Punkt sind die Nähte. Jede Naht stellt eine potenzielle Schwachstelle dar, da die Nadel beim Nähen tausende kleiner Löcher im wasserdichten Material hinterlässt. Aus diesem Grund müssen bei hochwertiger Funktionskleidung alle Nähte von innen mit einem speziellen, wasserdichten Band versiegelt werden. Man spricht hier von „getapten“ oder „verschweißten“ Nähten („Taped Seams“). Achten Sie auf den Hinweis „vollständig versiegelte Nähte“ („fully taped“), denn nur dann ist die Jacke wirklich rundum wasserdicht. Bei günstigeren Modellen werden manchmal nur die kritischen Nähte im Schulter- und Nackenbereich versiegelt („critically taped“). Auch die Reißverschlüsse sind eine potenzielle undichte Stelle. Hochwertige Jacken verwenden entweder wasserabweisende Reißverschlüsse (erkennbar an der gummierten Oberfläche) oder schützen herkömmliche Reißverschlüsse durch eine darüberliegende Abdeckleiste (Sturmklappe). Details wie ein gut sitzender, verstellbarer Kapuzenschnitt, Belüftungsreißverschlüsse unter den Armen („Pit Zips“) und verstellbare Bündchen an Ärmeln und Saum tragen ebenfalls maßgeblich zu Komfort und Schutz bei.

Softshell vs. Hardshell: Die richtige Wahl für jede Wetterlage

Im Bereich der Outdoor-Jacken dominieren zwei Hauptkategorien: Hardshells und Softshells. Die Wahl zwischen diesen beiden Typen hängt stark vom geplanten Einsatzbereich und den zu erwartenden Wetterbedingungen ab. Eine Hardshell ist, wie der Name schon andeutet, die harte Schale und Ihre Festung gegen die Elemente. Ihre primäre Funktion ist der kompromisslose Schutz vor Wind und Regen. Sie ist immer mit einer wasserdichten und winddichten Membran oder Beschichtung ausgestattet und verfügt über versiegelte Nähte. Hardshells sind die richtige Wahl, wenn Sie mit starkem oder anhaltendem Niederschlag rechnen, im Winter unterwegs sind oder eine Jacke für alpine Touren benötigen. Ihr Material ist weniger dehnbar und raschelt oft etwas mehr, aber der Schutzfaktor steht hier an erster Stelle.

Eine Softshell hingegen ist der flexible Allrounder. Ihr Fokus liegt auf Atmungsaktivität, Bewegungsfreiheit und Komfort. Das Material ist weich, dehnbar und oft auf der Innenseite leicht angeraut (Fleece), was für eine angenehme Wärme sorgt. Die meisten Softshells sind stark wind- und wasserabweisend, aber nicht vollständig wasserdicht. Sie halten einem kurzen, leichten Schauer stand, sind aber für Dauerregen ungeeignet. Ihre große Stärke spielen sie bei trockenen, kühlen und windigen Bedingungen aus, etwa bei Wanderungen im Frühling und Herbst, beim Klettern oder auf Skitouren. Dank ihrer extrem hohen Atmungsaktivität bieten sie ein hervorragendes Körperklima bei anstrengenden Aktivitäten. Im Rahmen des Zwiebelprinzips kann eine Softshell als äußere Schicht bei gutem Wetter oder als wärmende, atmungsaktive Mittelschicht unter einer Hardshell bei schlechtem Wetter getragen werden.

Gut informiert zur perfekten Outdoor-Ausrüstung

Das Entschlüsseln der Produktbeschreibungen bei Funktionskleidung mag auf den ersten Blick wie eine Wissenschaft für sich wirken, doch mit dem Wissen um die zentralen Begriffe und Kennzahlen verlieren die technischen Daten schnell ihren Schrecken. Es geht nicht darum, immer die Jacke mit den höchsten Werten bei Wassersäule und Atmungsaktivität zu kaufen. Vielmehr geht es darum, eine bewusste Entscheidung zu treffen, die genau zu Ihren individuellen Bedürfnissen und Aktivitäten passt. Der Wochenend-Spaziergänger im Kraichgau hat andere Anforderungen an seine Ausrüstung als der ambitionierte Alpinist, und der Alltagsradler benötigt einen anderen Schutz als der Trailrunner.

Indem Sie die Bedeutung von Wassersäule, Lagenaufbau, DWR-Imprägnierung und den Unterschied zwischen Soft- und Hardshell verstehen, sind Sie bestens gerüstet, um die Versprechen der Hersteller kritisch zu hinterfragen und das Produkt zu finden, das Ihnen wirklich dient. Eine gut gewählte Funktionsjacke ist eine Investition, die sich über viele Jahre auszahlt und Ihnen unzählige unbeschwerte Stunden in der Natur ermöglicht – egal, ob die Sonne scheint oder ein unerwarteter Regenschauer Sie auf Ihrer Tour durch die heimische Landschaft überrascht. Mit diesem Wissen können Sie sicher sein, dass Ihre Ausrüstung Sie nicht im Stich lässt und Sie jedes Wetter in vollen Zügen genießen können.

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