Leben

Weniger Aufträge, mehr Umsatz: Industrie startet uneinheitlich ins Jahr 2026

0
Weniger Aufträge, mehr Umsatz: Industrie startet uneinheitlich ins Jahr 2026

Auftragseingänge gehen zurück

Die Industrie in Baden-Württemberg ist mit gemischten Zahlen in das Jahr 2026 gestartet. Nach Angaben des Statistisches Landesamt Baden-Württemberg gingen im Januar 2026 weniger neue Aufträge ein als im Januar des Vorjahres. Preis- und arbeitstäglich bereinigt lag der Auftragseingang um 2,6 Prozent unter dem Wert von Januar 2025.

Der Rückgang kam vor allem aus dem Inland. Hier sanken die Bestellungen um 4,0 Prozent. Aus dem Ausland gingen 1,7 Prozent weniger Aufträge ein. Im Vergleich zum Vormonat Dezember 2025 war der Rückgang noch deutlicher: Gegenüber Dezember fiel der Auftragseingang preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigt um 16,9 Prozent.

Bei der Bewertung der Zahlen ist zu beachten, dass einzelne Großaufträge die Entwicklung stark beeinflussen können. Außerdem kann es vorkommen, dass bereits erteilte Aufträge später wieder storniert werden. Das bedeutet, dass nicht jeder Auftrag automatisch zu Produktion und Umsatz führt.

Umsatz steigt deutlich

Während die Aufträge zurückgingen, entwickelte sich der Umsatz positiv. Der reale, also preisbereinigte Umsatz der Südwestindustrie lag im Januar 2026 um 3,6 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats.

Besonders stark wuchs das Auslandsgeschäft mit einem Plus von 5,7 Prozent. Im Inland stieg der Umsatz um 0,8 Prozent. Auch im Vergleich zum Dezember 2025 legte der Umsatz zu. Preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigt betrug das Plus 5,1 Prozent.

Damit zeigt sich zum Jahresbeginn ein uneinheitliches Bild: Weniger neue Aufträge, aber höhere Umsätze. Der solide Umsatzzuwachs bei vergleichsweise moderatem Auftragsrückgang wird als erstes vorsichtig positives Signal gewertet.

Weniger Beschäftigte in der Industrie

Die Zahl der Beschäftigten in den Industriebetrieben ging weiter zurück. Im Januar 2026 arbeiteten rund 1,130 Millionen Menschen in den Industriebetrieben Baden-Württembergs. Das waren 30.000 Personen oder 2,5 Prozent weniger als im Januar 2025.

Auch im Vergleich zum Dezember 2025 sank die Beschäftigtenzahl. Innerhalb eines Monats wurden 5.900 Stellen weniger gezählt, was einem Rückgang von 0,5 Prozent entspricht. Die Beschäftigung reagiert meist verzögert auf die wirtschaftliche Entwicklung.

Als Industriebetriebe gelten dabei Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes einschließlich Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden mit mindestens 50 Beschäftigten.

Produktionsdaten vorerst nicht verfügbar

Normalerweise wird in solchen Berichten auch die Entwicklung der Produktion dargestellt. Diese fehlt diesmal. Grund ist die bundesweite Einführung einer neuen Güterklassifikation zum Januar 2026. Das neue „Güterverzeichnis für Produktionsstatistiken, Ausgabe 2026“ ersetzt das bisherige Verzeichnis aus dem Jahr 2019.

Durch diese Umstellung müssen die Daten zum Produktionsindex neu berechnet werden. Erst nach Abschluss dieser Arbeiten werden wieder vergleichbare Zahlen zur Produktionsentwicklung veröffentlicht.

Die entsprechenden Bundesergebnisse veröffentlicht das Statistisches Bundesamt im März 2026.

Redaktion
Senden Sie uns Ihren Beitrag oder Veranstaltungshinweis mit Klick auf den Button gerne zu.

Rückmeldung an den Autor?

Fehler entdeckt? Feedback? Jederzeit gerne per Mail oder telefonisch.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zu Leben