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Weniger Kinder in Kitas und Tagespflege in Baden-Württemberg

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Weniger Kinder in Kitas und Tagespflege in Baden-Württemberg
Bild von Esi Grünhagen auf Pixabay

Zahl der betreuten Kinder sinkt das zweite Jahr in Folge

In Baden-Württemberg wurden zum Stichtag 1. März 2026 insgesamt 406.450 Kinder unter sechs Jahren in einer Kindertageseinrichtung oder durch eine öffentlich geförderte Kindertagespflege betreut. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes ist die Zahl damit das zweite Jahr in Folge zurückgegangen. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei den jüngsten Kindern.

Bei den unter Dreijährigen wurden 5.068 Kinder weniger betreut als ein Jahr zuvor. Das entspricht einem Rückgang um 5,2 Prozent. Bereits im Vorjahr war in dieser Altersgruppe der stärkste Rückgang festgestellt worden. Bei Kindern im klassischen Kindergartenalter von drei bis unter sechs Jahren fiel die Veränderung wesentlich geringer aus. Ihre Zahl sank um 2.283 beziehungsweise 0,7 Prozent.

Betreuungsquote steigt trotzdem auf neuen Höchststand

Obwohl insgesamt weniger Kinder betreut wurden, erreichte die Betreuungsquote der unter Sechsjährigen mit 65,0 Prozent einen neuen Höchststand. Das bedeutet, dass 65 von 100 Kindern dieser Altersgruppe eine Kindertageseinrichtung oder eine öffentlich geförderte Kindertagespflege besuchten.

Möglich ist diese Entwicklung unter anderem deshalb, weil es insgesamt weniger Kinder gibt. Das Statistische Landesamt führt die Entwicklung teilweise auf den anhaltenden Geburtenrückgang zurück. Bei den unter Dreijährigen sank die Betreuungsquote leicht auf 31,7 Prozent. Bei den Drei- bis unter Sechsjährigen stieg sie dagegen auf 94,1 Prozent.

Fast 390.000 Kinder werden in Einrichtungen betreut

Der weitaus größte Teil der Kinder besuchte eine Kindertageseinrichtung. Am 1. März 2026 waren dort 389.379 Kinder unter sechs Jahren untergebracht. Zu den Kindertageseinrichtungen zählen unter anderem Krippen, Kindergärten, Schülerhorte und Einrichtungen, in denen Kinder verschiedener Altersgruppen gemeinsam betreut werden.

Über viele Jahre war die Zahl der betreuten Kinder kontinuierlich gestiegen. Eine zwischenzeitliche Ausnahme bildete das Pandemiejahr 2021. Im Jahr 2025 wurde dann erstmals ein deutlicher Rückgang bei den unter Sechsjährigen in Kindertageseinrichtungen festgestellt. Damals sank ihre Zahl um 4,6 Prozent. Im Jahr 2026 setzte sich die Entwicklung mit einem weiteren Minus von 0,6 Prozent fort.

Deutlicher Rückgang bei Kindern unter drei Jahren

Besonders stark verändert sich die Betreuung der unter Dreijährigen. In den Kindertageseinrichtungen wurden zum Stichtag noch 76.646 Kinder dieser Altersgruppe betreut. Das waren 4.032 Kinder beziehungsweise 5,0 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Damit ging ihre Zahl bereits das zweite Jahr in Folge deutlich zurück.

Bei den Drei- bis unter Sechsjährigen gab es ebenfalls einen Rückgang, allerdings erstmals seit zehn Jahren. Insgesamt wurden 312.733 Kinder dieser Altersgruppe in Kindertageseinrichtungen betreut. Das waren 1.731 Kinder beziehungsweise 0,6 Prozent weniger als im Vorjahr.

Auch die Kindertagespflege verzeichnet einen Rückgang

Neben den Kindertageseinrichtungen bildet die öffentlich geförderte Kindertagespflege die zweite Säule der Kinderbetreuung. Dazu gehört beispielsweise die Betreuung durch Tagesmütter und Tagesväter. Am 1. März 2026 wurden in Baden-Württemberg 17.792 Kinder unter sechs Jahren auf diese Weise betreut. Gegenüber 2025 entspricht das einem Rückgang um 8,7 Prozent.

Für die Statistik werden bei der Kindertagespflege nur Kinder berücksichtigt, die nicht zusätzlich eine Kindertageseinrichtung oder eine Ganztagsschule besuchen. Dadurch sollen Kinder bei der Gesamtzahl der betreuten Kinder nicht doppelt gezählt werden.

So wird die Betreuungsquote berechnet

Die Betreuungsquote beschreibt den Anteil der betreuten Kinder an allen Kindern der jeweiligen Altersgruppe. Für die Quote zum 1. März 2026 verwendet das Statistische Landesamt die fortgeschriebenen Bevölkerungszahlen zum 31. Dezember 2025. Grundlage dafür sind die Ergebnisse des Zensus 2022.

Bei längerfristigen Vergleichen der Betreuungsquoten ist deshalb eine Besonderheit zu beachten. Bis einschließlich des Berichtsjahres 2024 basierten die Bevölkerungszahlen noch auf dem Zensus 2011, seit dem Berichtsjahr 2025 auf dem Zensus 2022. Die Betreuungsquoten vor 2025 sind dadurch nur eingeschränkt mit den aktuellen Werten vergleichbar.

Redaktion
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