Wenig Fläche – viel wirtschaftliche Leistung
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar hat untersucht, wie die Flächen in der Region genutzt werden. Das Ergebnis: Nur 2,8 % der Gesamtfläche entfallen auf Industrie und Gewerbe. Auf dieser vergleichsweise kleinen Fläche entstehen viele Arbeitsplätze, Produkte und Dienstleistungen. Diese sind wichtig für den Wohlstand und werden auch im Ausland nachgefragt. Die Zahlen stammen vom 31. Dezember 2023.
Landwirtschaft und Wald bestimmen das Bild
Fast 80 % der Fläche in der Region wird landwirtschaftlich genutzt oder ist mit Wald bedeckt. Landwirtschafts- und Waldflächen machen zusammen 78,5 % aus. Wohnbauflächen nehmen 6 % ein, Verkehrsflächen 6,5 % und Gewässer 1,4 %. Andere Nutzungsarten kommen auf 4,7 %.
Veränderungen seit 2016
Seit dem Jahr 2016 sind einige Flächenarten leicht gewachsen. Wohnbauflächen nahmen um 0,2 Prozentpunkte zu, das entspricht 5 % Wachstum. Industrie- und Gewerbeflächen wuchsen um 3,9 % (0,1 PP), Verkehrsflächen um 1,4 % (ebenfalls 0,1 PP). Damit zeigt sich, dass die Flächennutzung im Wandel ist.
Gewerbeflächen werden gebraucht
Laut IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Axel Nitschke brauchen Unternehmen passende Flächen. Diese sollen gut erreichbar und flexibel nutzbar sein. Besonders wichtig ist, dass auch Dinge wie Lärm oder Lieferverkehr erlaubt sind. Gleichzeitig sollen moderne Gewerbeflächen nachhaltig gestaltet sein. Sie helfen dann auch, die Region für Menschen und Betriebe attraktiv zu halten.
Was zählt alles als Gewerbefläche?
Zur Kategorie „Industrie- und Gewerbefläche“ gehören viele verschiedene Nutzungen. Dazu zählen nicht nur Gebäude von Unternehmen, sondern auch Anlagen zur Energieerzeugung, zum Beispiel Windräder oder Photovoltaikanlagen. Diese sind zwar keine klassischen Firmenstandorte, gehören aber statistisch zur gleichen Kategorie. Deshalb dürfen diese Flächen in der politischen Diskussion nicht gegen klassische Gewerbeflächen aufgerechnet werden.
Konkurrenz um Flächen
Die Nachfrage nach Flächen ist groß. Auch die Bundeswehr möchte Flächen in der Region nutzen. Wenn dadurch geplante Gewerbeflächen wegfallen, wären Entwicklungsmöglichkeiten für Unternehmen eingeschränkt. Gleichzeitig bietet die Bundeswehr als Arbeitgeber auch wirtschaftliche Chancen. Geplant sind zum Beispiel 4,4 Hektar Gewerbefläche in Heidelberg (Patrick-Henry-Village) und 18 Hektar in Schwetzingen (Tompkins-Barracks).
Unterschiede in den Städten und Landkreisen
In Mannheim machen Industrie- und Gewerbeflächen 14,1 % der Fläche aus. Ein großer Teil davon liegt im Mannheimer Hafen, der eine wichtige Rolle für den Güterverkehr in der Region spielt. Die Stadtfläche von Mannheim ist klein, weshalb der Anteil besonders hoch wirkt. Auch die Einwohnerdichte ist mit 2.200 Menschen pro Quadratkilometer hoch.
In Heidelberg ist der Anteil an Waldflächen mit 40,3 % besonders groß. Industrie- und Gewerbeflächen machen 4,4 % aus. Seit 2016 ist dieser Anteil um 3 % gestiegen. Der Flächenbedarf wächst mit der wirtschaftlichen Entwicklung und neuen Gründungen.
Der Rhein-Neckar-Kreis hat viele Unterschiede im Inneren. Es gibt dicht besiedelte Städte wie Walldorf, aber auch ländliche Regionen. Landwirtschaft (41,3 %) und Wald (35,4 %) nehmen den meisten Platz ein. Industrie- und Gewerbeflächen machen 2,9 % aus und sind seit 2016 leicht gestiegen.
Der Neckar-Odenwald-Kreis ist rein ländlich geprägt. 45,3 % sind Landwirtschaft, 41,6 % sind Wald. Industrie- und Gewerbeflächen nehmen 1,2 % ein, mit einem Anstieg von 12,3 % seit 2016. Auch hier zählen erneuerbare Energien zum Flächenzuwachs. Das zeigt, wie genau man bei der Einordnung hinschauen muss.












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