Ein Überblick mit vielen Zahlen
Das Statistische Landesamt hat untersucht, wie Baden-Württemberg im Vergleich zu anderen Regionen in Deutschland, Europa und weltweit dasteht. Dafür wurden 42 sogenannte Strukturindikatoren ausgewertet. Diese Kennzahlen zeigen zum Beispiel, wie stark die Wirtschaft ist, wie viele Menschen Arbeit haben oder wie viel Geld in Forschung investiert wird. Die Ergebnisse sind in der neuen Broschüre „Baden-Württemberg – ein Standort im Vergleich“ zusammengefasst.
Wirtschaftskraft im europäischen Vergleich
Baden-Württemberg gehört zu den wirtschaftlich stärksten Regionen Europas. Die Wirtschaftsleistung, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, lag im Jahr 2024 bei 650 Milliarden Euro. Rechnet man diesen Wert auf die Bevölkerung um, ergibt sich ein Durchschnitt von 57.294 Euro pro Einwohnerin und Einwohner. Verglichen mit dem Durchschnitt der Europäischen Union liegt Baden-Württemberg damit deutlich höher. Die Wirtschaftskraft pro Kopf liegt rund 29 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Würde man Baden-Württemberg wie einen eigenen Staat betrachten, würde es im Vergleich der EU-Mitgliedsländer den vierten Platz einnehmen. Auch Deutschland insgesamt liegt über dem EU-Durchschnitt, allerdings mit einem geringeren Abstand von 17 Prozent.
Preise, Exporte und Industrie
Die Inflation ist im Jahr 2024 deutlich gesunken. In Baden-Württemberg lag die Inflationsrate bei 2,2 Prozent. In den beiden Jahren davor waren die Preise noch deutlich stärker gestiegen. Der Wert von 2024 liegt nahe am Ziel der Europäischen Zentralbank, die eine Inflationsrate von rund zwei Prozent anstrebt. Beim Export verzeichnete Baden-Württemberg zwar einen leichten Rückgang, blieb aber weiterhin das exportstärkste Bundesland. Rund 16 Prozent aller deutschen Ausfuhren stammen aus dem Südwesten.
Forschung und Ausbildung
Eine besondere Stärke Baden-Württembergs ist die Forschung. 5,7 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung werden hier in Forschung und Entwicklung investiert. Das ist mehr als in jeder anderen Region der Europäischen Union. Auch bei der Ausbildung zeigt sich diese Stärke. Besonders viele Studierende schließen ein Studium in den sogenannten MINT-Fächern ab, also in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Der Anteil dieser Abschlüsse lag bei 38,7 Prozent und damit deutlich über dem EU-Durchschnitt. Auch im Vergleich zu Deutschland insgesamt liegt Baden-Württemberg hier vorn.
Arbeitsmarkt mit niedriger Erwerbslosigkeit
Der Arbeitsmarkt im Südwesten ist stabil. Die Erwerbslosenquote lag 2024 bei 3,0 Prozent und erreichte damit einen neuen Tiefstand. Auch die Langzeiterwerbslosigkeit ist vergleichsweise niedrig. Rund 19,5 Prozent der Erwerbslosen waren ein Jahr oder länger ohne Arbeit. Im Vergleich der 27 EU-Staaten bedeutet das den drittniedrigsten Wert.
Die Broschüre im Überblick
Alle diese Daten sind Teil der 22. Ausgabe der Broschüre „Baden-Württemberg – ein Standort im Vergleich“. Auf rund 100 Seiten werden wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Themen behandelt. Neben dem Vergleich mit anderen Bundesländern und den EU-Staaten werden, sofern Daten vorliegen, auch Länder wie die Schweiz, das Vereinigte Königreich, die USA, Japan sowie Brasilien, Russland, Indien und China einbezogen.












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