Durchschnittlich 8 Stunden Arbeit pro Jahr
Im Jahr 2025 mussten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Baden-Württemberg im Durchschnitt etwa 8 Stunden arbeiten, um ihre jährlichen Kosten für Wasser und Abwasser zu bezahlen. Diese Zahl hat das Statistisches Landesamt Baden-Württemberg berechnet.
Dafür wurden zwei Werte miteinander verglichen: die jährlichen Kosten für Wasser und Abwasser sowie der durchschnittliche Stundenlohn von Vollzeitbeschäftigten. So lässt sich vereinfacht darstellen, wie viel Arbeitszeit nötig ist, um diese Kosten zu decken.
So setzen sich die Kosten zusammen
Im Jahr 2025 zahlte eine Person im Durchschnitt 134 Euro für Trinkwasser aus dem öffentlichen Netz. Für das Abwasser, also die Ableitung und Reinigung, kamen im Schnitt weitere 145 Euro dazu.
Insgesamt ergeben sich daraus durchschnittliche Jahreskosten von 279 Euro pro Person. In diesen Betrag fließen verschiedene Gebühren ein. Dazu gehören die Kosten für den tatsächlichen Wasserverbrauch, feste Grundgebühren und auch Gebühren für Niederschlagswasser, also Regenwasser, das über versiegelte Flächen abgeleitet wird.
Vergleich mit dem Einkommen
Um die Kosten besser einordnen zu können, wurde der durchschnittliche Bruttostundenverdienst herangezogen. Dieser lag im April 2025, einem repräsentativen Monat, bei 34,75 Euro pro Stunde, einschließlich Sonderzahlungen.
Wenn man die durchschnittlichen Jahreskosten von 279 Euro durch diesen Stundenlohn teilt, ergibt sich ein Arbeitsaufwand von rund 8 Stunden pro Jahr.
Große Unterschiede zwischen den Gemeinden
Die tatsächlichen Kosten können je nach Wohnort deutlich unterschiedlich sein. Das Statistische Landesamt berechnet für Baden-Württemberg eine Spanne von etwa 110 Euro bis 550 Euro pro Person und Jahr.
Je nach Höhe der Gebühren bedeutet das einen Arbeitsaufwand von etwa 3 bis knapp 16 Stunden jährlich.
Diese Unterschiede entstehen durch verschiedene Faktoren. Dazu gehört zum Beispiel, wie leicht Trinkwasser vor Ort gewonnen werden kann oder wie die Siedlungsstruktur aussieht.
Warum die Preise unterschiedlich sind
In Städten mit dichter Bebauung ist es oft einfacher und günstiger, Wasser- und Abwassernetze zu betreiben. Die Wege sind kürzer, und viele Haushalte teilen sich die Infrastruktur.
In ländlichen Gebieten mit verstreuten Häusern ist der Aufwand höher. Leitungen müssen über größere Entfernungen verlegt und gewartet werden. Das kann die Kosten erhöhen.
Auch die Größe einer Gemeinde spielt eine Rolle. Größere Gemeinden können die Kosten häufig besser verteilen und verlangen deshalb oft niedrigere Gebühren als kleinere Orte.
Wie die Berechnung funktioniert
Für die Berechnung der durchschnittlichen Kosten wird ein Modell verwendet. Dabei werden alle Gebührenarten zusammengeführt und auf eine durchschnittliche Person umgerechnet.
Dazu gehören der geschätzte Wasserverbrauch pro Kopf, ein Anteil an den Grundgebühren und die Fläche, die für die Niederschlagswassergebühr relevant ist. Aus diesen Einzelwerten wird ein Gesamtbetrag pro Jahr gebildet.













Rückmeldung an den Autor?