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Wie viele Menschen in Voll- und Teilzeit arbeiten

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Wie viele Menschen in Voll- und Teilzeit arbeiten
Bild von Firmbee auf Pixabay

Mehr Teilzeit, weniger Vollzeit

Zur Jahresmitte 2025 arbeiteten in Baden-Württemberg knapp 4,94 Millionen Menschen in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Davon waren rund 3,52 Millionen in Vollzeit tätig. Das entspricht gut 71 Prozent aller Beschäftigten. Etwa 1,41 Millionen Menschen arbeiteten in Teilzeit, ihr Anteil lag bei 28,6 Prozent. Insgesamt ist die Zahl der Beschäftigten im Land in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Seit 2015 kamen rund 576.600 sozialversicherungspflichtige Jobs hinzu. Während die Zahl der Vollzeitstellen moderat wuchs, nahm die Teilzeitbeschäftigung wesentlich stärker zu.

Teilzeit wächst schneller als Vollzeit

Seit 2015 stieg die Zahl der Vollzeitbeschäftigten um rund 241.000 Personen. Das entspricht einem Zuwachs von gut sieben Prozent. Deutlich dynamischer entwickelte sich die Teilzeit. Hier nahm die Zahl der Beschäftigten um rund 336.400 zu. Das bedeutet ein Plus von über 30 Prozent. Damit hat sich die Teilzeitbeschäftigung im Verhältnis mehr als viermal so stark erhöht wie die Vollzeit.

Teilzeit ist vor allem weiblich

Teilzeitarbeit ist in Baden-Württemberg weiterhin stark von Frauen geprägt. Im Jahr 2025 waren fast vier von fünf Teilzeitbeschäftigten Frauen. Männer machten nur rund ein Fünftel aus. Gleichzeitig ist die Teilzeit bei Männern deutlich wichtiger geworden. Innerhalb von zehn Jahren stieg die Zahl der männlichen Teilzeitbeschäftigten um mehr als 112.000. Der Anteil der Männer in Teilzeit wuchs dadurch von 7,6 auf 11,0 Prozent. Auch bei Frauen nahm die Teilzeit weiter zu. Ihre Teilzeitquote stieg seit 2015 auf knapp die Hälfte aller beschäftigten Frauen.

Vergleich mit dem Bundesdurchschnitt

Im bundesweiten Vergleich ist Teilzeit etwas verbreiteter als im Südwesten. Deutschlandweit lag die Teilzeitquote 2025 bei gut 31 Prozent und damit rund zweieinhalb Prozentpunkte über dem Wert von Baden-Württemberg. Bei den Männern war der Abstand etwas größer, bei den Frauen dagegen geringer. Insgesamt liegt Baden-Württemberg damit leicht unter dem Bundesdurchschnitt.

Zusammenhang mit Ausbildung

Teilzeit hängt auch mit dem beruflichen Abschluss zusammen. Akademikerinnen und Akademiker arbeiten seltener in Teilzeit als Beschäftigte mit anderen Abschlüssen. Von den Teilzeitbeschäftigten mit bekanntem Bildungsabschluss hatte fast zwei Drittel einen anerkannten Berufsabschluss. Rund ein Viertel verfügte über einen akademischen Abschluss. Personen ohne Abschluss stellten einen kleineren Anteil.

Große Unterschiede zwischen den Branchen

Besonders verbreitet ist Teilzeit im Dienstleistungsbereich. Dort lag die Teilzeitquote 2025 bei fast 37 Prozent. Im Produzierenden Gewerbe war Teilzeit dagegen deutlich seltener. Hier arbeiteten nur rund 12,5 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit. Im Gesundheits- und Sozialwesen war fast jede zweite beschäftigte Person teilzeitbeschäftigt. Auch im Handel spielte Teilzeit eine große Rolle. Im Verarbeitenden Gewerbe, das für Baden-Württemberg besonders wichtig ist, war Teilzeit dagegen kaum verbreitet.

Sehr hohe Teilzeitquoten in einzelnen Bereichen

Die höchsten Teilzeitquoten fanden sich in privaten Haushalten, wo mehr als zwei Drittel der Beschäftigten in Teilzeit arbeiteten. Auch im Bereich Erziehung und Unterricht sowie bei sonstigen Dienstleistungen war Teilzeit sehr häufig. Im Gastgewerbe und in der öffentlichen Verwaltung arbeiteten ebenfalls überdurchschnittlich viele Menschen in Teilzeit. Insgesamt zeigt sich, dass Teilzeitarbeit vor allem in dienstleistungsnahen Bereichen eine zentrale Rolle spielt.

Was die Zahlen abbilden

Die Daten stammen aus der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Sie erfasst sozialversicherungspflichtige Beschäftigte und deckt damit rund drei Viertel aller Erwerbstätigen in Baden-Württemberg ab. Nicht enthalten sind unter anderem Beamtinnen und Beamte, Selbstständige und Personen, die ausschließlich geringfügig beschäftigt sind. Als Stichtag gilt jeweils der 30. Juni, der als repräsentativer Jahreswert verwendet wird.

Redaktion
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