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Zecken: Wenn das Thermometer über 7 Grad steigt, lauern sie im Gras 

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Zecken: Wenn das Thermometer über 7 Grad steigt, lauern sie im Gras 
©pixabay

Frühlings-Schock im Rhein-Neckar-Kreis: Die unsichtbare Bedrohung ist zurück! Warum ein einziger kleiner Stich Ihr Leben für immer verändern kann und warum Experten jetzt zur sofortigen Impfung raten – Baden-Württemberg ist Hochrisikozone!

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen erwacht nicht nur die Natur, sondern auch einer der gefährlichsten Parasiten unserer Region: Die Zecke. Das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises, das auch für die Stadt Heidelberg zuständig ist, schlägt Alarm. Denn sobald das Thermometer die Marke von sieben Grad Celsius knackt, werden die kleinen Blutsauger aktiv – und mit ihnen die Angst vor einer Infektion, die das Gehirn angreifen kann.

Es geht um die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Was für viele nach einem fernen Risiko klingt, ist im Südwesten bittere Realität. Eine Infektion kann schleichend beginnen, doch die Folgen sind oft verheerend.


Das Virus, das Ihr Nervensystem zerstört

FSME ist keine einfache Grippe. Zwar verläuft die Infektion oft symptomlos oder mit mäßigen Beschwerden, doch die schweren Fälle haben es in sich:

  • Gehirn- und Rückenmarksentzündungen: Das Virus kann schwere Entzündungen im zentralen Nervensystem auslösen.

  • Neurologische Ausfälle: Die Folgen sind Lähmungen an Armen und Beinen, Schluck- und Sprechstörungen sowie Bewusstseinsstörungen.

  • Bleibende Schäden: Viele Betroffene erholen sich nie wieder vollständig von den Folgen der Infektion.

Allein im vergangenen Jahr wurden im Rhein-Neckar-Kreis und Heidelberg acht schwere Fälle registriert – sechs davon mussten stationär im Krankenhaus behandelt werden. Experten gehen von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus, da milde Verläufe oft gar nicht als FSME erkannt werden.


Deutschland im Zangengriff: Risikogebiete weiten sich aus

Das Risiko ist so hoch wie fast nie zuvor. Mit 693 gemeldeten FSME-Erkrankungen im Jahr 2025 verzeichnete das Robert-Koch-Institut (RKI) den dritthöchsten Wert seit Beginn der Datenerfassung.

Aktuell gelten 185 Landkreise in Deutschland als offizielle Risikogebiete. Besonders betroffen sind:

  • Baden-Württemberg (komplett eingestuft)

  • Bayern, Südhessen und Sachsen

  • Teile Brandenburgs und Thüringens

Doch Vorsicht: Auch außerhalb dieser Zonen treten vermehrt Fälle auf. Das Virus breitet sich unaufhaltsam aus und macht auch vor den Grenzen zu Österreich, der Schweiz, Polen oder Tschechien nicht halt.


Nicht nur im Wald: Die Gefahr lauert direkt vor der Haustür

Ein gefährlicher Irrtum hält sich hartnäckig: Dass man nur im tiefen Unterholz gefährdet sei. Die Realität sieht anders aus. Die STIKO (Ständige Impfkommission) warnt, dass Zecken überall dort lauern, wo es grün ist:

  • In heimischen Gärten beim Unkrautjäten.

  • In öffentlichen Parkanlagen beim Spaziergang.

  • Sogar auf dem Fußballplatz beim Training.

Somit sind nicht mehr nur Forstarbeiter gefährdet, sondern jeder Outdoor-Sportler und Hobby-Gärtner.


Die Rettung: Eine Spritze gegen das Vergessen

Die gute Nachricht: Gegen FSME kann man sich effektiv schützen. Die Impfung gilt als sicher und gut verträglich. Trotzdem sind die meisten Erkrankten gar nicht oder nur unzureichend geimpft.

Dr. Daniela Bauke vom Gesundheitsamt Rhein-Neckar-Kreis rät dringend:

„Lassen Sie Ihren FSME-Impfschutz überprüfen und bei Bedarf auffrischen. Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt darüber und schützen Sie sich und Ihre Familie rechtzeitig.“

Da ganz Baden-Württemberg als Risikogebiet gilt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Impfung vollständig.

Weitere Informationen zu FSME und zur Impfung finden sich unter www.infektionsschutz.de/infektionen/erregersteckbriefe/fsme

Redaktion
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