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Emissionshandel bringt Milliarden für den Klimaschutz

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Emissionshandel bringt Milliarden für den Klimaschutz
Foto: pixabay

Hohe Einnahmen im Jahr 2025

Im Jahr 2025 nahm Deutschland durch den europäischen und den nationalen Emissionshandel insgesamt 21,4 Milliarden Euro ein. Das waren deutlich mehr Einnahmen als im Jahr davor, als 18,5 Milliarden Euro erzielt wurden. Die Deutsche Emissionshandelsstelle im Umweltbundesamt teilte mit, dass das gesamte Geld in den Klima- und Transformationsfonds fließt. Aus diesem Fonds werden Maßnahmen finanziert, die den Klimaschutz voranbringen und den Umbau von Wirtschaft und Energieversorgung unterstützen.

Wofür das Geld verwendet wird

Die Einnahmen aus dem Emissionshandel werden genutzt, um klimafreundliche Technologien und Projekte zu fördern. Dazu gehören zum Beispiel die energetische Sanierung von Gebäuden, der Umbau der Industrie hin zu weniger CO₂-Ausstoß, der Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Förderung von Elektromobilität und Ladeinfrastruktur. Der Emissionshandel soll dabei helfen, Klimaschutz, soziale Ausgewogenheit und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit miteinander zu verbinden.

Europäischer Emissionshandel für Industrie und Verkehr

Der europäische Emissionshandel, auch EU-ETS 1 genannt, umfasst große Energieanlagen, energieintensive Industrie, den innereuropäischen Luftverkehr und den Seeverkehr. Im Jahr 2025 wurden hier Einnahmen von rund 5,4 Milliarden Euro erzielt. Damit lagen die Erlöse leicht unter dem Vorjahreswert. Grund dafür war unter anderem, dass weniger Emissionszertifikate versteigert wurden. Die Zahl der versteigerten Zertifikate sank von 85 Millionen im Jahr 2024 auf 73,5 Millionen im Jahr 2025. Gleichzeitig stieg jedoch der Preis pro Zertifikat. Der durchschnittliche Auktionspreis lag bei rund 74 Euro und damit deutlich höher als im Jahr zuvor.

Nationaler Emissionshandel für Wärme und Verkehr

Deutlich stärker stiegen die Einnahmen im nationalen Emissionshandel für Wärme und Verkehr. Dieser umfasst unter anderem Brennstoffe wie Benzin, Diesel, Heizöl, Gas und seit einigen Jahren auch Kohle sowie Emissionen aus Abfallverbrennungsanlagen. Im Jahr 2025 wurden hier rund 16 Milliarden Euro eingenommen. Das entspricht einem Plus von rund 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ursache dafür war vor allem der gestiegene Festpreis für die Zertifikate, der von 45 auf 55 Euro angehoben wurde, während die verkaufte Menge nahezu gleich blieb.

Wie viele Zertifikate verkauft wurden

Im nationalen Emissionshandel wurden 2025 insgesamt rund 294 Millionen Zertifikate verkauft. Der größte Teil davon wurde zum Festpreis von 55 Euro abgegeben. Ein kleinerer Teil wurde zum Preis des Vorjahres verkauft, weil es eine begrenzte Nachkaufmöglichkeit gab. Zusammengenommen ergaben sich daraus Einnahmen von rund 16 Milliarden Euro. Diese hohen Verkaufszahlen zeigen, dass vor allem im Gebäude- und Verkehrsbereich weiterhin viele Emissionen entstehen.

Neue Regeln ab 2026

Ab dem Jahr 2026 werden die Zertifikate im nationalen Emissionshandel erstmals in einem Preiskorridor versteigert. Der Mindestpreis liegt dann bei 55 Euro, der Höchstpreis bei 65 Euro. Ab 2028 soll der nationale Emissionshandel weitgehend durch einen neuen europäischen Emissionshandel für Brennstoffe ersetzt werden. Dieser soll europaweit Anreize für klimafreundliche Technologien schaffen und gleichzeitig Einnahmen ermöglichen, mit denen soziale Auswirkungen abgefedert werden können.

Rolle der Emissionshandelsstelle

Die Deutsche Emissionshandelsstelle im Umweltbundesamt ist für die Umsetzung des nationalen und des europäischen Emissionshandels in Deutschland zuständig. Sie organisiert auch den Verkauf und die Versteigerung der Emissionszertifikate über die Energiebörse in Leipzig. Seit Ende 2023 gehört zudem der europäische CO₂-Grenzausgleichsmechanismus zu ihren Aufgaben.

Redaktion
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