Die Kerzen am Adventskranz leuchten, die Lichterkette am Christbaum glänzt – es ist die Zeit der Gemütlichkeit. Doch genau in dieser festlichen Atmosphäre lauern die größten Gefahren für Leib und Leben. Wenn ein unachtsamer Moment genügt und Adventskranz, Weihnachtsbaum oder Fett in der Pfanne Feuer fangen, kann die Situation innerhalb von Sekunden eskalieren und zum verheerenden Wohnungsbrand führen.
Wie gut sind die Deutschen auf diesen Ernstfall vorbereitet? Das Ergebnis einer aktuellen ADAC-Umfrage zum Thema Wohnungsbrand ist alarmierend und erschreckend zugleich: Nur 30 Prozent der Befragten fühlen sich gut oder sehr gut auf einen Wohnungsbrand vorbereitet und wüssten, was in dieser Extremsituation zu tun wäre. Die Unwissenheit ist damit eine tickende Zeitbombe in den eigenen vier Wänden.
Die nackte Wahrheit: Keine Löschmittel, falsche Einschätzung
Die Umfrage, die im September 2025 durchgeführt wurde, zeigt gravierende Sicherheitslücken in deutschen Haushalten auf:
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Feuerlöscher-Lücke: 59 Prozent der Bevölkerung haben KEINEN Feuerlöscher zu Hause.
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Löschmittel-Mangel: Bei der Löschdecke und dem Brandschutzspray sieht es noch schlimmer aus: 81 Prozent bzw. 95 Prozent besitzen diese wichtigen Hilfsmittel nicht.
Häufigste Brandursachen: Kerzen und die Küche
Immerhin 16 Prozent der Befragten gaben an, in ihrem Zuhause schon einmal einen Wohnungsbrand erlebt zu haben. Die häufigsten Auslöser sind dabei eng mit der Advents- und Weihnachtszeit verbunden: Offenes Feuer (z.B. Kerzen, Kamin) oder ein Brand in der Küche (Fettbrände!).
Die gefährlichen Irrtümer: Das falsche Löschmittel kann alles zerstören
Obwohl die Deutschen bei den größten Brandrisiken (wie Holzkohlegrill in geschlossenen Räumen oder überlastete Mehrfachsteckdosen) überwiegend richtig lagen und sogar 92 Prozent wussten, dass man Öl- und Fettbrände am Herd NIEMALS mit Wasser löschen darf, lauert die Gefahr im Detail.
Der Adventskranz-Mythos:
Nur 17 Prozent war bewusst, dass man bei einem Brand des Adventskranzes besser nicht zu einem Pulverlöscher greift!
Die fatale Folge: Das Löschpulver verteilt sich extrem großflächig und dringt tief in Möbel, Elektronik, Textilien und selbst kleinste Ritzen ein. Die Reinigung ist oft nicht vollständig möglich – viele Gegenstände und sogar die gesamte Elektronik müssen nach dem Einsatz entsorgt werden.
Besser geeignet für Kerzen, Holz, Tannenzweige und Dekoration sind Löschmittel der Brandklasse A.
Die Illusion der Zeit: Sie haben VIEL weniger Zeit, als Sie glauben!
Zwar haben erfreulicherweise 91 Prozent der Befragten (in Miet- oder Eigentumswohnungen mit Hausverwaltung sogar 97 Prozent) pflichtgemäß einen Rauchmelder installiert. Das Warnsystem funktioniert also – doch der eigene Handlungsspielraum im Brandfall wird dramatisch überschätzt.
Bei der Frage, wie lange man sich bei einem Kabel-, Akku- oder Adventskranzbrand gefahrlos in einem Raum aufhalten kann, lagen die meisten zeitlich weit über dem Limit. Im Schnitt gingen sie von fünf bis sieben Minuten aus.
Die richtige und lebensrettende Empfehlung lautet aber: SOFORT RAUS!
Dies gilt nicht nur wegen der Flammen oder des Rauchs, sondern vor allem wegen der hochgiftigen Gase, die bereits nach kürzester Zeit zur Bewusstlosigkeit und zum Tod führen können.
ADAC-Ratgeber für den Ernstfall: Was Sie jetzt tun MÜSSEN
Um die Sicherheitslücken in den Haushalten zu schließen, stellt der ADAC auf Basis der Umfrageergebnisse die wichtigsten Tipps für die Adventszeit und darüber hinaus zur Verfügung:
Zur Prävention: Machen Sie Ihr Zuhause sicher!
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Löschspray in Reichweite: Bereiten Sie Feuerlöschspray vor, da dieses leichter zu handhaben ist als ein klassischer Feuerlöscher.
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Küchenschutz: Halten Sie eine Löschdecke in der Küche bereit, um Fettbrände schnell ersticken zu können. Niemals Wasser verwenden!
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Steckdosen-Regel: Überlasten Sie Mehrfachsteckdosen nicht. Vermeiden Sie Kettensteckdosen und schließen Sie nur Geräte mit geeigneter Leistung an.
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Wartung: Lassen Sie Ihren Feuerlöscher regelmäßig warten (ca. alle zwei Jahre).
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Zusätzlicher Schutz: Installieren Sie CO-Melder gegen Kohlenmonoxid-Vergiftungen.
Im Brandfall: Rettung in Sekunden!
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Türen schließen: Schließen Sie sofort die Türen, um Rauch und Feuer einzudämmen und die Ausbreitung giftiger Rauchgase zu verlangsamen.
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Tief gehen: Bei Rauchentwicklung tief gehen und unter der Rauchschicht kriechen, da Rauch nach oben steigt und dort die giftigsten Gase konzentriert sind.
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Sofort raus: Nicht nach Wertsachen suchen! Sofort das Haus verlassen! Sicherheit geht vor.
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Aufzüge tabu: Benutzen Sie keine Aufzüge.
Ihre Sicherheit hat in der Adventszeit oberste Priorität. Werden Sie aktiv und sorgen Sie dafür, dass Ihr Zuhause gegen die unsichtbaren Gefahren gewappnet ist!












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