Durchschnittliche Stundenlöhne im Jahr 2025
Im Jahr 2025 lag der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen in Baden-Württemberg bei 23,20 Euro. Männer kamen im selben Jahr auf durchschnittlich 28,88 Euro pro Stunde. Damit verdienten Frauen im Land im Schnitt 5,68 Euro weniger je Arbeitsstunde. Das entspricht einem Unterschied von 20 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich diese Lücke nur leicht vergrößert. 2024 lag der Unterschied noch bei 19 Prozent. Im bundesweiten Vergleich ist die Verdienstlücke in Baden-Württemberg weiterhin größer als im Durchschnitt Deutschlands.
Unterschiede zwischen Privatwirtschaft und öffentlichem Dienst
Wie groß die Verdienstunterschiede sind, hängt auch davon ab, in welchem Bereich Menschen arbeiten. In der Privatwirtschaft fällt der Abstand zwischen den Stundenlöhnen von Frauen und Männern deutlich größer aus als im öffentlichen Dienst. Im Jahr 2025 lag der unbereinigte Gender Pay Gap in der Privatwirtschaft bei 21 Prozent. Im öffentlichen Dienst betrug er dagegen nur 9 Prozent. Rechnet man den öffentlichen Dienst mit ein, ergibt sich für Baden-Württemberg insgesamt ein Wert von 19 Prozent. Der kleinere Abstand im öffentlichen Bereich erklärt sich unter anderem durch einheitlichere Tarifstrukturen.
Warum Frauen im Schnitt weniger verdienen
Ein wichtiger Grund für den Verdienstunterschied ist die unterschiedliche Verteilung von Frauen und Männern auf Berufe und Branchen. Frauen arbeiten häufiger in Tätigkeiten, die insgesamt niedriger bezahlt werden. Außerdem sind sie öfter in Teilzeit oder in geringfügiger Beschäftigung tätig. Beides wirkt sich auf den durchschnittlichen Stundenlohn aus. Hinzu kommen Erwerbsunterbrechungen, etwa durch Familienarbeit, sowie Unterschiede beim Anforderungsniveau der ausgeübten Tätigkeiten.
Was der bereinigte Gender Pay Gap zeigt
Beim bereinigten Gender Pay Gap werden viele dieser Unterschiede rechnerisch herausgenommen. Verglichen werden dann Frauen und Männer mit ähnlicher Ausbildung, ähnlicher Tätigkeit, vergleichbarer Arbeitszeit und ähnlicher Position. Nach dieser Berechnung verdienten Frauen in Baden-Württemberg 2025 pro Stunde noch 6 Prozent weniger als Männer in vergleichbarer Situation. Dieser Wert lag leicht über dem Vorjahr und entspricht dem Bundesdurchschnitt. Da nicht alle Einflussfaktoren statistisch erfasst werden können, dürfte der tatsächliche Unterschied in vergleichbaren Positionen etwas geringer sein.
Wie sich der Unterschied erklären lässt
Mit den verfügbaren Daten lassen sich rund 69 Prozent des unbereinigten Verdienstunterschieds erklären. Das entspricht etwa 3,92 Euro von insgesamt 5,68 Euro pro Stunde. Den größten Anteil daran hat die Tätigkeit in schlechter bezahlten Branchen und Berufen. Dieser Faktor erklärt rund 1,37 Euro des Unterschieds. Teilzeitarbeit erklärt weitere 0,88 Euro, geringfügige Beschäftigung 0,28 Euro. Auch das Anforderungsniveau der Tätigkeit spielt eine Rolle und erklärt rund 0,72 Euro. Unterschiede beim Ausbildungsabschluss und weitere Faktoren wie Betriebszugehörigkeit oder Vertragsform tragen kleinere Anteile bei.
Der nicht erklärte Teil der Lücke
Etwa 31 Prozent des Verdienstunterschieds lassen sich mit den vorhandenen Daten nicht erklären. Dieser Teil entspricht dem bereinigten Gender Pay Gap von 6 Prozent. In Zahlen sind das rund 1,76 Euro pro Stunde, die auch nach Berücksichtigung vieler Merkmale zwischen Frauen und Männern bestehen bleiben.












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