Saubere Luft trotz höherer Belastung
Im Jahr 2025 wurden in Deutschland erneut alle geltenden Grenzwerte der europäischen Luftqualitätsrichtlinien eingehalten. Das gilt für Feinstaub bereits das achte Jahr in Folge und für Stickstoffdioxid das zweite Jahr hintereinander. Grundlage sind vorläufige Messdaten von rund 600 Messstationen der Bundesländer und des Umweltbundesamt. Gleichzeitig lag die durchschnittliche Belastung mit Feinstaub und Stickstoffdioxid höher als in den beiden Vorjahren. Diese waren jedoch durch besonders günstige Wetterbedingungen geprägt.
Strengere Grenzwerte ab 2030
Ab dem Jahr 2030 gelten in der Europäischen Union deutlich strengere Grenzwerte. So wird der Jahresmittelwert für Stickstoffdioxid von derzeit 40 auf 20 Mikrogramm pro Kubikmeter gesenkt. Beim besonders feinen Feinstaub PM2,5 sinkt der Grenzwert von 25 auf 10 Mikrogramm pro Kubikmeter. Langfristig sollen die Grenzwerte weiter an die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation angepasst werden. Die neuen Vorgaben sehen vor, dass die Grenzwerte regelmäßig überprüft werden. Ziel ist es, die Luftverschmutzung bis 2050 so weit zu reduzieren, dass sie nicht mehr schädlich für Mensch und Umwelt ist.
Noch nicht überall auf Kurs für 2030
Ein Vergleich der aktuellen Messdaten mit den ab 2030 geltenden Grenzwerten zeigt, dass noch Verbesserungen notwendig sind. Bei Stickstoffdioxid lagen rund 39 Prozent der Messstationen im Jahresmittel noch über dem künftigen Grenzwert von 20 Mikrogramm pro Kubikmeter. Beim Feinstaub PM2,5 erreichten etwa 18 Prozent der Stationen den neuen Grenzwert von 10 Mikrogramm pro Kubikmeter noch nicht. Nach Einschätzung des Umweltbundesamtes dürfte es bis 2030 in den meisten Bereichen dennoch zur Einhaltung kommen. Einzelne Überschreitungen bei Feinstaub und Stickstoffdioxid könnten jedoch noch auftreten. Eine flächendeckende Einhaltung aller neuen Grenzwerte wird voraussichtlich bis 2035 erwartet.
Hohe Feinstaubwerte im Winter
Besonders in den Monaten Februar und März 2025 kam es zu erhöhten Feinstaubwerten. Mitverantwortlich war unter anderem grenzüberschreitender Schadstofftransport. Auch die Wetterlage spielt eine große Rolle. Bei kalten Temperaturen steigt der Heizbedarf, was zu höheren Emissionen führt. In Hochdrucklagen mit wenig Wind und geringem Luftaustausch können sich Schadstoffe in Bodennähe anreichern. Während solcher Episoden wären die künftig geltenden Informationsschwellen für Feinstaub teilweise überschritten worden. Auch im Jahresmittel lagen die Werte für Feinstaub und Stickstoffdioxid über denen der Jahre 2023 und 2024, was jedoch nicht als Trendwende gilt.
Der Luftqualitätsindex informiert über Risiken
Um die Bevölkerung besser zu informieren, wird der Luftqualitätsindex eingesetzt. Er bewertet die Konzentration verschiedener Schadstoffe wie Feinstaub, Stickstoffdioxid, Ozon und Schwefeldioxid. Die Ergebnisse werden in Kategorien von sehr gut bis sehr schlecht eingeteilt. Der Index basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen zu gesundheitlichen Auswirkungen, etwa zu Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen. Besonders für empfindliche Gruppen wie Kinder, ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen sind diese Informationen wichtig. Das Umweltbundesamt stellt den Luftqualitätsindex auch in seiner App „Luftqualität“ bereit und gibt dort Verhaltensempfehlungen bei schlechter Luftqualität.
Vorläufige Datenlage
Die aktuellen Angaben beruhen auf vorläufigen Daten mit Stand vom 22. Januar 2026. Eine abschließende Prüfung und Qualitätssicherung erfolgt im Laufe des Jahres. Die endgültigen Zahlen werden voraussichtlich Mitte 2026 veröffentlicht. Die vorliegenden Ergebnisse erlauben jedoch bereits eine verlässliche Einschätzung der Luftqualität im Jahr 2025.














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