Starke Entwicklung in den letzten 40 Jahren
In Baden-Württemberg arbeiten heute deutlich mehr Frauen in sozialversicherungspflichtigen Jobs als früher. Nach Auswertungen des Statistisches Landesamt Baden-Württemberg auf Basis der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit standen zur Jahresmitte 2025 knapp 2,26 Millionen Frauen in einem solchen Arbeitsverhältnis.
Vor 40 Jahren waren es deutlich weniger. Seit 1985 ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen um fast 864.000 gestiegen. Das entspricht einem Wachstum von 62 Prozent. Auch bei den Männern nahm die Zahl der Beschäftigten zu, allerdings deutlich langsamer. Bei ihnen lag der Anstieg im gleichen Zeitraum bei rund 652.000 Personen beziehungsweise 32 Prozent. Zur Jahresmitte 2025 waren etwa 2,68 Millionen Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt.
Zuwächse in fast allen Regionen
In allen 44 Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen zwischen 1985 und 2025 gestiegen. Bei den Männern war das in 42 Kreisen der Fall.
Besonders stark wuchs die Zahl der Arbeitnehmerinnen in mehreren Landkreisen. Das größte Plus gab es im Landkreis Heilbronn mit einem Anstieg von 135 Prozent. Dahinter folgten der Hohenlohekreis mit 117 Prozent, der Landkreis Biberach mit 106 Prozent und der Landkreis Tübingen mit 104 Prozent. Auch im Stadtkreis Freiburg sowie im Landkreis Ravensburg haben sich die weiblichen Beschäftigtenzahlen mehr als verdoppelt.
Deutlich geringer fiel der Anstieg in anderen Regionen aus. Im Zollernalbkreis lag das Wachstum nur bei zwei Prozent, im Stadtkreis Pforzheim bei vier Prozent.
Frauenanteil am Arbeitsmarkt steigt
Der Anteil der Frauen unter allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist im Laufe der Jahre ebenfalls gestiegen. Im Jahr 1985 lag er in Baden-Württemberg bei 41 Prozent. Bis zur Jahresmitte 2025 erhöhte er sich auf 46 Prozent.
Regional gibt es dabei große Unterschiede. Den höchsten Frauenanteil hatte 2025 der Stadtkreis Baden-Baden mit 54 Prozent. Am niedrigsten war der Anteil mit jeweils 39 Prozent in den Landkreisen Böblingen, Rastatt und im Hohenlohekreis.
Neben Baden-Baden lag der Anteil der Frauen auch in den Stadtkreisen Heidelberg, Freiburg und Pforzheim sowie in den Landkreisen Tübingen, Calw und Konstanz über 50 Prozent. Vor 40 Jahren war das noch anders. Im Jahr 1985 gab es keinen einzigen Stadt- oder Landkreis, in dem Frauen die Mehrheit unter den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bildeten. Damals hatten der Stadtkreis Pforzheim und der Landkreis Tübingen mit jeweils 49 Prozent die höchsten Frauenanteile.
Dienstleistungsbranchen spielen große Rolle
Ein wichtiger Grund für die steigende Beschäftigung von Frauen ist die wachsende Bedeutung der Dienstleistungsbranchen. In vielen Regionen mit hohen Frauenanteilen gibt es besonders viele Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor.
Dabei kommt es auch darauf an, welche Dienstleistungen in einer Region stark vertreten sind. Besonders viele Frauen arbeiten im Gesundheits- und Sozialwesen. Zur Jahresmitte 2025 waren in Baden-Württemberg rund 523.000 Frauen in diesem Bereich beschäftigt. Das bedeutet, dass fast jede vierte sozialversicherungspflichtig beschäftigte Frau in diesem Bereich tätig war.
Wie die Zahlen ermittelt werden
Die Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit liefert regelmäßig Daten über sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Deutschland. Grundlage sind Meldungen der Betriebe an die Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.
In Baden-Württemberg werden damit etwa drei Viertel aller Erwerbstätigen erfasst. Nicht enthalten sind unter anderem Beamtinnen und Beamte, Selbstständige, unbezahlt mithelfende Familienangehörige sowie Personen, die ausschließlich einen Minijob ausüben. Als Vergleichszeitpunkt wird in der Statistik meist die Jahresmitte verwendet, also der Stichtag 30. Juni.











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