Wo und ab wann man es beantragen kann
Was lange währt, wird endlich… SNH: Die Nachricht verbreitete sich am Mittwochmorgen im Kraichgau wie ein Lauffeuer und ließ die Herzen von Lokalpatrioten höher schlagen: Ihr heißgeliebtes Altkennzeichen SNH kehrt offiziell zurück. Nach zähen Monaten des Wartens, bürokratischen Schleifen und der mühsamen Ausarbeitung eines Bewirtschaftungskonzepts steht nun das offizielle Startdatum fest. Ab dem 1. Oktober 2026 wird das Sinsheimer Kürzel wieder geprägt und ausgegeben.
Der Weg zurück aufs Blech
Wie Kreis-Sprecherin Silke Hartmann am Vormittag offiziell bestätigte, hat das Bundesverkehrsministerium den entsprechenden Antrag des Rhein-Neckar-Kreises genehmigt. Ab dem Stichtag im Oktober können alle Bürgerinnen und Bürger, die im Rhein-Neckar-Kreis gemeldet sind – also theoretisch auch Weinheimer oder Wieslocher –, ihr Fahrzeug auf SNH zulassen oder ein bestehendes Kennzeichen umkennzeichnen lassen. Damit gibt es im Kreis künftig neben dem allgegenwärtigen „HD“ eine historisch verwurzelte Alternative.
Wann kann das SNH-Kennzeichen reserviert werden?
Eine kleine Einschränkung gibt es aber: Reservierungen für die begehrten Wunschkennzeichen sind ebenfalls erst ab dem 1. Oktober freigeschaltet – sei es online oder direkt vor Ort in den Zulassungsstellen Weinheim, Sinsheim und Wiesloch. Wer sich seine Traumkombination sichern will, zahlt die übliche Gebühr von 12,80 Euro. Die Reservierung bleibt für 90 Tage gültig. Das Landratsamt rät wegen des erwarteten Ansturms in den ersten Wochen dringend dazu, Termine frühzeitig zu buchen.
Jahrelanger Kampf für das Comeback
Dass die drei Buchstaben wieder auf den Straßen fahren dürfen, ist das Ergebnis fast 15-jähriger Bemühungen. Schon im Februar 2012 hatte der Sinsheimer Hauptausschuss beschlossen, der Initiative zur Wiedereinführung von Altkennzeichen beizutreten. Doch so richtig Fahrt nahm die Sache erst 2018 auf, als sich die Bürgerinitiative „Pro SNH“ rund um den Sinsheimer SPD-Stadtrat Jens-Jochen Roth gründete. Roth, der als SNH-Kämpfer und Verkehrsexperte gilt, präsentierte über Jahre hinweg bei jeder sich bietenden Gelegenheit Kennzeichen-Dummys – etwa das bekannte „SNH-HT 2020“ passend zu den damaligen Landesheimattagen.
Nachdem die AfD-Gemeinderatsfraktion das Thema schließlich mit einem offiziellen Antrag im Sinsheimer Gemeinderat forcierte, zog das gesamte Gremium mitsamt der Stadtverwaltung an einem Strang. Im Dezember 2025 gipfelte das Ganze in einem mehrheitlichen Beschluss des Kreistags – ausgerechnet in der Sinsheimer Dr.-Sieber-Halle.
Nachbar-Landkreise mussten gefragt werden
Danach entwickelte sich die Kennzeichen-Rückkehr zu einem Krimi um die Grenzen des alten Landkreises Sinsheim. Weil bei der Kreisreform in den 1970er-Jahren auch Teile an die Nachbarkreise gingen, mussten diese gefragt werden. Der Landkreis Karlsruhe sicherte sich vorsorglich 30.000 Schilderkombinationen, um im Falle eines Falles gerüstet zu sein. Im Landkreis Heilbronn hingegen handelte man sich nach wochenlangem Zögern ein klares „Nein“ ein. Die Abfuhr kam erst durch eine Anfrage unserer Redaktion ans Licht, als selbst das Heidelberger Landratsamt noch nichts wusste. Nachdem der Rhein-Neckar-Kreis und Karlsruhe schließlich ein gemeinsames Konzept ausgearbeitet hatten, ging der Antrag über Stuttgart nach Berlin. Letzte Woche gab es das finale grüne Licht.
Die Freude bei den Initiatoren ist entsprechend riesig. „Geschafft!“, jubelt Jens-Jochen Roth sichtlich erleichtert: „Steter Tropfen höhlt den Stein. Nach jahrelangen Bemühungen ist es endlich so weit.“ Auch AfD-Stadtrat Patrick Bauer zeigt sich erfreut über den Erfolg: „Wir sind erleichtert, dass es endlich geklappt hat.“
Software-Umstellung sorgt für Wartezeit bis Herbst
Doch warum müssen sich SNH-Fans noch zweieinhalb Monate bis zur Einführung gedulden. Kreis-Sprecherin Silke Hartmann erklärt den Verzug am Telefon mit der Software-Logistik im Hintergrund: Da die Entscheidung aus dem Bundesministerium noch ganz frisch ist, könne die IT-Arbeit jetzt erst starten. Über den zuständigen Dienstleister Komm.one müssen nun technische Verfahren vorbereitet, Systeme umgestellt und die neuen Nummernkreise eingepflegt werden – und das braucht in der Verwaltung seine Zeit.












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