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Spatenstich für Glasfaser in Sinsheim: So laufen die Arbeiten in Weiler, Hilsbach und Reihen

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Glasfaser-Ausbau findet nicht parallel in den drei Orten statt

Was tut man nicht alles für das perfekte Foto? Da schaufeln Vertreter von Stadt und EnBW-Tochterfirmen mit glänzenden Spaten in einem sauber aufgeschütteten Sandhaufen auf dem Parkplatz der Grundschule Hilsbach/Weiler – und im Hintergrund laufen längst die Arbeiten für das Glasfasernetz. Der symbolische Spatenstich der NetCom BW für das Mammutprojekt kam mit reichlich Verspätung daher: Gebuddelt wird nämlich schon seit fast zwei Monaten. Ende Juli rollte die beauftragte Mosbacher Baufirma Schuler an, nachdem interne Detailabstimmungen den ursprünglichen Start-Termin im Mai nach hinten geworfen hatten. Nun arbeiten sich die Bautrupps Meter für Meter durch den Untergrund in Richtung Datenautobahn.

Erste Arbeiten sollen Mitte 2027 fertig sein

Derzeit konzentriert sich das Geschehen auf den Nordwesten von Weiler: In der Grötzenstraße und im Bereich Hälde sind die Baukolonnen im Einsatz. Dort verschwinden die bunten Leerrohre teils in schweißtreibender Handarbeit unter Gehwegen in Hofeinfahrten und Vorgärten, teils schießen die Arbeiter sogenannte Erdraketen unterirdisch von der Straße bis an die Hauswand, um Pflastersteine und Blumenbeete zu schonen.

Für Autofahrer und Anwohner gibt es Entwarnung. Denn Teilsperrungen oder größere Bauarbeiten auf den Ortsdurchfahrten sollen Ausbleiben. Da der landkreis-eigene Zweckverband fibernet bereits beim früheren geförderten Ausbau Glasfaserkabel durch die Hauptverkehrsadern gezogen hatte, geht es für NetCom BW, deren Generalunternehmer Netze BW und der Baufirma Schuler im Grunde „nur“ noch um die Feinverteilung in die Nebenstraßen und die einzelnen Hausanschlüsse. Sogar die grauen Kästen zur Unterverteilung am Straßenrand, sogenannte Multifunktionsgehäuse, stehen schon.

Erste Hoffnungen hingegen, die Bautrupps würden parallel in mehreren Dörfer ausschwärmen, sind seit dem Spatenstich vom Tisch. Auf die bohrenden Fragen der Ortsvorsteher Manfred Wiedl aus Weiler und Martin Gund aus Hilsbach, wann es denn in ihren Orten so richtig losgehe, winkte Benjamin Selig von Schuler-Bau ab: „Wir bauen erst Weiler fertig, dann geht es weiter mit Hilsbach.“ Und der Plan ist sportlich: In Weiler peilt die Baufirma die Fertigstellung für Mitte 2027 an. Erst danach wandert die Karawane weiter nach Hilsbach, bevor ganz am Ende Reihen an die Reihe kommt. Bis das Gesamtpaket in allen drei Stadtteilen vollendet ist, wird es laut NetCom BW Herbst 2028 werden.

Ärgerlich ist das für Bürger – darunter auch die beiden Ortsvorsteher selbst – , die sich schon als Sieger der Digitalisierung wähnten. Als der Rhein-Neckar-Kreis Ende 2025 das Hilsbacher Gewerbegebiet anknüpfte, ließ die NetCom in einigen Straßenzügen schon Leerrohre bis in die Keller legen. Wer sein Leerrohr schon vor Monaten oder Jahren erhalten hat, wartet deshalb unter Umständen auf Häuser einige Straßen weiter, die erst jetzt erschlossen werden. Sobald ein Cluster abgeschlossen ist, soll es nach Angaben der NetCom BW jedoch nicht bis zum Ende des Gesamtprojekts ruhen. Die fertigen Bereiche sollen schrittweise ans Netz gehen. Kunden können ihren Anschluss dann nutzen, während andernorts noch gebaut wird. Diese Vorgehensweise war bereits bei der Vorstellung der Ausbaupläne Ende 2023 angekündigt worden. Damals hatte NetCom BW erklärt, Tiefbauarbeiten möglichst zu bündeln. Wenn beispielsweise die Stadtwerke oder Netze BW ohnehin am Wasser- oder Stromnetz arbeiten, sollen Maßnahmen nach Möglichkeit miteinander verbunden werden. Straßen und Gehwege müssen dann nicht für jedes Leitungsnetz erneut geöffnet werden.

Leerrohr ist nicht gleich Leerrohr

Obendrein birgt manch schon vorhandenes Röhrchen bürokratische Tücken. Wie Benjamin Selig klarstellt, kann nicht jedes vorhandene Leerrohr und jeder Schacht blind übernommen werden: „Bei Mehrspartenhauseinführungen ist das kein Problem. Fehlt aber der gasdichte Abschluss im Gebäude, geht es um Gewährleistungsfragen.“ Das müsse im Einzelfall vor Ort geprüft werden.

Infoveranstaltung angekündigt

Um den Dschungel aus Fristen, Bauabschnitten und Hausanschlüssen für die Bürger aufzudröseln, kündigte ein NetCom-Sprecher vor Ort eine gemeinsame Info-Veranstaltung für die Einwohner aller drei Ortsteile an. Wer bislang keinen Vertrag hat, kann sich den Anschluss weiterhin kostenlos sichern.

Redaktion
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