Hohe Kosten und Bürokratie schrecken ab
Die deutsche Wirtschaft steht vor einer gewaltigen Herausforderung: Immer mehr Unternehmen suchen einen Nachfolger, doch potenzielle Übernehmer fehlen dramatisch. Laut dem DIHK drohen in den nächsten zehn Jahren über 250.000 Betriebe die Schließung, weil niemand sie übernehmen will. Besonders betroffen sind Branchen wie Gastronomie, Handel und IT.
Laut dem aktuellen Report zur Unternehmensnachfolge des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) stehen bundesweit 9.600 Übergeber lediglich 4.000 potenziellen Übernehmern gegenüber. In der Folge sind mehr als 250.000 Betriebe in den nächsten zehn Jahren von einer Schließung bedroht – insbesondere in Branchen wie Gastronomie, Handel, Verkehr, Dienstleistung und IT.
Rhein-Neckar besonders hart betroffen
Auch im Bezirk der IHK Rhein-Neckar zeigt sich diese Entwicklung deutlich. Die Kammer schätzt, dass innerhalb der nächsten drei Jahre rund 5.000 Unternehmen in der Region übergeben werden sollen. Auf jeden Nachfolgeinteressierten kommen rechnerisch vier übergabewillige Betriebe. IHK-Präsident Manfred Schnabel warnt vor den Folgen: Der Verlust gesunder Unternehmen bedeute nicht nur den Wegfall von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, sondern auch langfristige Einbußen für die wirtschaftliche Substanz und die Versorgung vor Ort.
Hinzu kommen laut IHK strukturelle Probleme wie hohe Arbeits- und Energiekosten, eine umfangreiche Regulierungsdichte sowie steuerliche Belastungen. Diese Faktoren würden potenzielle Übernehmer abschrecken und die Übergabeprozesse zusätzlich erschweren. Schnabel fordert daher bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen, insbesondere Entlastungen bei Kosten und Bürokratie, um Nachfolgen wieder attraktiver zu machen.
IHK Rhein-Neckar bietet Unterstützung
Zur Unterstützung bietet die IHK Rhein-Neckar seit Jahren ein eigenes Moderatorenprogramm an, das Übergeber und Übernehmer individuell begleitet. Im Jahr 2024 wurden im Rahmen dieses Angebots 37 Intensivberatungen und 135 Kurzberatungen durchgeführt. Rund 800 Personen nahmen an Veranstaltungen zum Thema teil.













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