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Was ist der Zensus, wann und wie oft findet er statt?

Laura Stasch, Leiterin der Erhebungsstelle des Rhein-Neckar-Kreises: Der Zensus ist ein Projekt der amtlichen Statistik zur Erhebung von Bevölkerungs-, Gebäude- und Wohnungsdaten. Mit dem Zensus wird ermittelt, wie viele Menschen in Deutschland leben, wie sie wohnen und arbeiten. Hierzu werden beim Zensus eine Bevölkerungs- sowie eine Gebäude- und Wohnungszählung durchgeführt. Der Zensus findet alle zehn Jahre statt und ist EU-Verordnung. Zuletzt wurde er aufgrund der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben. Die Erhebung soll nun zwischen Mai und Juli 2022 geschehen. Erste Ergebnisse sollen Ende 2023 vorliegen.

Wie funktioniert der Zensus?

Pascal Hilkert, stellvertretender Leiter der Erhebungsstelle des Rhein-Neckar-Kreises: Bei der Bevölkerungszählung stützt sich der Zensus auf bereits vorhandene Daten aus Registern wie beispielsweise dem Melderegister. Weil die Daten aus den Registern nicht immer aktuell sind, werden zusätzliche Befragungen in der Bevölkerung durchgeführt. Hierzu werden etwa zehn Prozent der Bürgerinnen und Bürger befragt. Die befragten Personen werden dabei zufällig ausgewählt. Außerdem finden Befragungen in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften statt. Bei der Gebäude- und Wohnungszählung werden alle Personen befragt, die Häuser oder Wohnungen besitzen.

 

Warum ist der Zensus wichtig?

Pascal Hilkert, stellvertretender Leiter der Erhebungsstelle des Rhein-Neckar-Kreises: Die Bevölkerungszahlen des Zensus 2022 sollen zeigen, wie die Menschen in Deutschlang leben, wohnen und arbeiten. Ob bei der Verteilung von öffentlichen Geldern, der Planung von Schul- und Studienplätzen oder wohnungspolitischen Entscheidungen – insbesondere im politisch-administrativen Bereich sind die Daten, die beim Zensus erhoben werden, ein wichtiges Planungsinstrument zur Gestaltung unserer Zukunft. Zum Beispiel sollen sie ausweisen, wie hoch der Bedarf an Schulen oder Alten- und Seniorenheimen ist. Mit der gesonderten Gebäude- und Wohnungszählung will man zudem herausfinden, wie viel Wohnraum benötigt wird.

Laura Stach und Pascal Hilkert von der Erhebungsstelle des Rhein-Neckar-Kreises. Foto: Landratsamt

Was macht die Erhebungsstelle des Rhein-Neckar-Kreises?

Laura Stasch, Leiterin der Erhebungsstelle des Rhein-Neckar-Kreises: Im Rhein-Neckar-Kreis wurde auf Ebene des Landkreises eine Erhebungsstelle eingerichtet. Die Erhebungsstelle des Rhein-Neckar-Kreises organisiert die Vor-Ort-Befragungen, die für die Ermittlung der Bevölkerungsdaten notwendig sind. Dabei ist sie örtlich für den gesamten Rhein-Neckar-Kreis mit Ausnahme der großen Kreisstädte Leimen, Sinsheim, Weinheim und Wiesloch zuständig – diese richten eigene Erhebungsstellen ein. Die Befragungen im Rahmen der Gebäude- und Wohnungszählung werden in Baden-Württemberg vom statistischen Landesamt koordiniert.

 

Was sind Erhebungsbeauftragte?

Laura Stasch, Leiterin der Erhebungsstelle des Rhein-Neckar-Kreises: Die Erhebungsbeauftragten führen im Zeitraum von Mitte Mai 2022 bis Ende Juli 2022 die persönlichen Befragungen durch. Dabei befragen sie etwa 110 Personen, die in einem ihnen zugeteilten Bezirk im Landkreis wohnen. Die Tätigkeit der Erhebungsbeauftragten ist mit viel Verantwortung verbunden, daher müssen Erhebungsbeauftragte verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit helfen die Erhebungsbeauftragten bei der Aktualisierung einer wichtigen Datengrundlage für den Rhein-Neckar-Kreis und leisten damit einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag. Außerdem wird die ehrenamtliche Tätigkeit mit einer steuerfreien Aufwandsentschädigung von bis zu 800 Euro entlohnt.

Weitere Informationen zum Zensus 2022 und der Tätigkeit als Erhebungsbeauftragte oder Erhebungsbeauftragter sowie zum Kontaktformular zur Interessensbekundung gibt es unter https://www.rhein-neckar-kreis.de/eb_zensus. Wer Fragen hat, kann sich an das Team der Zensus-Erhebungsstelle per Mail unter Zensus2022@rhein-neckar-kreis.de oder telefonisch unter 06221 522-6516 melden.

Quelle: Silke Hartmann

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