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Besondere Singvogelart im Zoo Heidelberg

Die Tierpfleger aus dem Vogelrevier haben Grund zu großer Freude: Bei den Blaukehlchen gab es in diesem Jahr im Zoo Heidelberg den ersten Bruterfolg überhaupt. Ein besonderes Ereignis, denn Blaukehlchen werden sehr selten gehalten. Der Zoo Heidelberg ist der einzige Zoo in Deutschland, der diese Vogelart pflegt. Seit 2020 leben sie in einer mit Schilf und anderen Pflanzen dem Lebensraum entsprechend natürlich eingerichteten Voliere in der Nähe des Flamingo-Sees. Mit ein wenig Geduld erhascht man einen Blick auf die scheuen Singvögel und ihren Nachwuchs.

Das Blaukehlchenweibchen baute sich bereits Mitte Mai diesen Jahres ein Nest am Boden, gut versteckt zwischen den Halmen einer dichten Segge. Nachdem die gräulich-grünen Eier gelegt wurden, bebrütete sie das Weibchen für circa 14 Tage. Die Jungvögel wurden, äußerlich noch ein wenig unscheinbar, pausenlos von beiden Elternteilen mit kleinen Insekten gefüttert und wuchsen sehr schnell heran. Schon nach zwei Wochen verließen sie das Nest, und waren nach wenigen weiteren Tagen flügge.

Das Blaukehlchen gehört zu den stark gefährdeten heimischen Arten der Roten Liste der Brutvögel in Baden-Württemberg. Das Männchen ist erkennbar durch die namensgebende blaue Kehle, die es beim Reviergesang und während der Balz präsentiert. Die kleinen Singvögel sind nah verwandt mit den Rotkehlchen, jedoch deutlich anspruchsvoller an ihren Lebensraum: Sie bevorzogen vor allem die Ränder von Feuchtgebieten und Auwäldern, wo Schilf und Weidengebüsche auf die angrenzenden Freiflächen treffen. In unserer Region kann man sie in der Wagbachniederung Nahe Waghäusel, einem Mekka für Ornithologen, besonders gut beobachten. Sie sind Botschafter der durch die Lebensraumzerstörung stark gefährdeten Feuchtgebiete.

„Da Blaukehlchen sehr selten gehalten werden und wir der einzige Zoo in Deutschland sind, der diese Tierart hält, ist dies etwas ganz Besonderes“, so Dr. Eric Diener, Vogelkurator im Zoo Heidelberg. „Das Brutpaar sitzt bereits auf einem zweiten Gelege, der erste Bruterfolg bei dieser Vogelart könnte also eventuell zu einem „Doppelerfolg“ werden“.

Quelle: Andrea Berger

Redaktion
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