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Wann wird Strom wieder billiger? Großer Check für 2026

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Wann wird Strom wieder billiger? Großer Check für 2026
Symbolfoto ©jubu

Die Strompreise in Deutschland beschäftigen Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen. Obwohl die Märkte sich nach der Energiekrise entspannt haben, bleibt der Strompreis für viele ein großer Kostenfaktor. Politiker haben versprochen, dass der Strompreis sinken soll. Aber wann wird er wirklich billiger und was steckt hinter den Preiskomponenten?

Eine Prognose für 2026 zeigt: Es gibt Hoffnung auf eine Entspannung:


Die Hoffnung für 2026: Das verspricht die Politik

Das Versprechen der Politik, den Strompreis für Haushalte um mindestens fünf Cent pro Kilowattstunde (kWh) zu senken, war ein zentrales Wahlversprechen der Regierung. Ein mögliches Szenario sieht vor, die Stromsteuer und die Netzentgelte zu senken.

Die Stromsteuer, die seit 2003 unverändert bei 2,05 Cent pro kWh liegt, fließt hauptsächlich in die gesetzliche Rentenversicherung. Obwohl es für einige Unternehmen eine Entlastung gibt, bleibt sie für private Haushalte eine konstante Belastung. Die Netzentgelte, also die Kosten für den Transport des Stroms und den Betrieb des Netzes, machen einen erheblichen Teil des Strompreises aus. Sie sind regional sehr unterschiedlich.

Die Politik plant, die Netzentgelte dauerhaft zu deckeln und die Kosten über den Bundeshaushalt zu finanzieren. Dies würde zwar die Stromrechnung der Verbraucher entlasten, aber die Kosten für den Netzausbau, der für die Energiewende dringend notwendig ist, müssten die Steuerzahler tragen.

Eine Umfrage des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) zeigt, dass die Strompreise 2026 voraussichtlich weiter sinken werden. Auch wenn die Umfrage sich auf die Schweiz bezieht, spiegelt sie den globalen Trend der fallenden Strommarktpreise wider, von dem auch Deutschland profitieren dürfte.


Der Strompreis-Mythos: Der Arbeitspreis ist nur ein Teil

Viele Verbraucher denken, dass der Arbeitspreis, den sie pro verbrauchte Kilowattstunde zahlen, den Großteil der Kosten ausmacht. Das ist auch beim E-Auto-Laden ein Kostentreiber. Doch das ist ein Trugschluss. Die Zusammensetzung des Strompreises ist komplex und setzt sich aus drei Hauptkomponenten zusammen:

  1. Strombeschaffung und Vertrieb (ca. 40 %): Dies ist der eigentliche Arbeitspreis. Er umfasst die Kosten für die Erzeugung oder den Einkauf des Stroms am Markt sowie die Marge des Stromversorgers. Sinkende Großhandelspreise haben hier bereits zu einer Entspannung geführt.
  2. Steuern, Abgaben und Umlagen (ca. 32 %): Dieser Teil macht den Strompreis in Deutschland im internationalen Vergleich so hoch. Dazu gehören die Stromsteuer, die Mehrwertsteuer sowie verschiedene Umlagen wie die KWK-Umlage, der § 19 StromNEV-Aufschlag und die Offshore-Netzumlage.
  3. Netzentgelte (ca. 28 %): Diese Kosten fallen für den Betrieb, den Ausbau und die Instandhaltung der Stromnetze an. Der Ausbau der erneuerbaren Energien und die damit verbundenen wachsenden Herausforderungen an die Netzstabilität treiben diese Kosten in die Höhe.

Die Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen hat zwar in der Vergangenheit zu den steigenden Umlagen beigetragen, doch durch die sogenannte Merit-Order an der Strombörse führen die erneuerbaren Energien heute eher zu einer Senkung des Strompreises.


Wird Strom 2026 wirklich billiger?

Eine flächendeckende und deutliche Senkung der Strompreise für private Haushalte wird maßgeblich von der Politik abhängen. Ein Rückgang der Marktpreise allein wird nicht ausreichen, um die hohen Abgaben und Netzentgelte zu kompensieren. Eine Senkung der Stromsteuer und eine Deckelung der Netzentgelte könnten das Versprechen wahr machen. Es ist jedoch zu beachten, dass dies eine Umverteilung der Kosten vom Stromkunden auf den Steuerzahler wäre.

Die Prognose für 2026 ist daher verhalten optimistisch: Sinkende Großhandelspreise werden sich positiv auswirken, aber die angekündigten politischen Maßnahmen müssen auch umgesetzt werden, um eine spürbare Entlastung zu schaffen.


Wichtige Fragen

Wie hoch ist der Strompreis aktuell?

Der durchschnittliche Strompreis für Neukunden in Deutschland liegt aktuell bei rund 27 Cent pro Kilowattstunde (kWh) brutto (Stand: 24.09.2025).

Wer ist derzeit der billigste Stromanbieter?

Der günstigste Stromanbieter hängt stark von der Region und dem individuellen Verbrauch ab. Eine Recherche über Vergleichsportale ist daher unerlässlich. Achtung: Auch die Grundversorger können gute Angebote haben. Hier aber unbedingt auf die vereinbarten Laufzeiten achten. Sonst gerät man schnell in eine Kostenfalle bei der die Preise nach einem Jahr immens steigen.

Was kostete 1 kWh Strom 2025?

Im Jahresverlauf 2025 lag der durchschnittliche Strompreis für private Haushalte bei rund 39,69 Cent pro kWh.

Was kostet 1 kWh Strom für Bestandskunden?

Die Preise für Bestandskunden sind oft höher als die Neukundenpreise. Viele Bestandskunden zahlen einen durchschnittlichen Preis von rund 40 Cent pro kWh oder mehr, je nach individuellem Tarif. Es lohnt sich daher, regelmäßig den Anbieter zu wechseln.

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